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DreylandDichterweg Autor: Hans Jörg Renk
Bearbeitet: 19.06.2016 durch HN
Übersichtstafel DreylandDichterweg in Weil am Rhein

Eröffnung des Rheinuferwegs zwischen der Dreirosenbrücke
und der Dreiländerbrücke in Huningue:
Samstag, 23. April 2016 ab 12.30 h

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Wie im Leitartikel der 'Gazette 132 Texte'erwähnt, wird der Rheinuferweg zwischen der Dreirosenbrücke und der Dreiländerbrücke in Huningue und damit auch der in ihm integrierte DreylandDichterweg, der bis hinüber nach Weil am Rhein führt, am Samstag, den 23. April, durch die Behörden der drei beteiligten Städte Basel, Huningue und Weil am Rhein eröffnet. Die offizielle Zeremonie am Rheinufer ist aus Platzgründen nur für die geladenen Gäste zugänglich, aber ab 12.30 Uhr steht der Rheinuferweg und mit ihm der DreylandDichterweg auch für die Bevölkerung aus dem Dreiland offen. Das Blechbläserensemble des Sinfonieorchesters Basel wird zu diesem Zeitpunkt an der Landesgrenze aufspielen, dort, wo der auf Basler Seite “Elsässerrheinweg” genannte Fussgänger- und Veloweg zur “Piste verte” in Huningue wird.

Die “Elsass-Freunde” und weitere interessierte Kreise sind zur Eröffnung und Entdeckung des Dreyland-Dichterwegs, für dessen Begehung gute zwei Stunden einzuberechnen sind, herzlich eingeladen und gebeten, sich um 12.30 an der Landesgrenze einzufinden. Der Zugang ab Basel erfolgt vom Grossbasler Brückenkopf der Dreirosenbrücke.


Beschränkte Öffnungszeiten
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Die Strecke zwischen der französischen Grenze und dem südlichen Eingang von Huningue ist vorläufig nur an den Wochenenden, jeweils ab Freitag 17.00 Uhr, begehbar, weil die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände einer ehemaligen Chemiefabrik (Stichwort: Lindan) voraussichtlich während des ganzen Jahres 2016 und möglicherweise darüber hinaus weitergehen.


Eröffnung Rheinuferweg

In wenigen Tagen, am 23. April, wird der Rheinuferweg zwischen der Dreirosenbrücke in Basel und der Dreiländerbrücke in Huningue eröffnet. Er ist mehr als nur eine weitere attraktive Verbindung zwischen den beiden Nachbarstädten, sondern gerade in einer Zeit, wo auch bei uns angesichts des Flüchtligsproblems und der Terrorismusgefahr der Ruf “Grenzen dicht!” hörbar wird, ein wichtiges Zeichen für eine offene Gesellschaft und für das Zusammenleben in unserer Region.


Eröffnung Dreylanddichterweg

Gleichzeitig mit dem Rheinuferweg wird der mit ihm parallel verlaufende “DreylandDichterweg” eröffnet, der jenseits der Dreiländerbrücke in Weil am Rhein seine Fortsetzung findet (siehe “Elsass-Gazette” 131, S.23-25). Auch er setzt ein starkes Zeichen, nämlich für die Erhaltung un-serer Dialekte gerade jetzt, wo das Elsässische in der immer noch namenlosen Grossregion, die wohl am Ende dieses Monats “faute de mieux” die beziehungslose Bezeichnung “Grand Est” erhalten wird, zusätzlich unter Druck steht und das Alemannische auch in Südbaden gegen die Allgegenwart des Hochdeutschen einen immer schwereren Stand hat.


Dialekte als Brücke
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Der Dichterweg sieht die Dialekte jedoch nicht als Mittel der Abgrenzung und des Rückzugs, sondern im Gegenteil als Brücke zu den “offiziellen” Sprachen. Wie der Rhein, den er begleitet, die Menschen nicht trennt, sondern verbindet, ganz im Sinne des Haikus der Neudörfler Dichterin Lina Ritter (1888-1981): “Worum trennt uns e Rhi? Àss mir zeige chenne wia me Brucke bäut”, der auf einer der 24 Tafeln verewigt ist. So sind die Gedichte auf der Hüninger Seite mit einer französischen Übersetzung versehen und die Informationstafeln an den drei Standorten sogar dreisprachig, neben Hochdeutsch und Französisch auch auf Englisch, ebenso die Internet-Website (siehe Seite 6).

Der Dichterweg ist somit nicht nur ein Bekenntnis zum Dialekt, sondern zur Mehrsprachigkeit und zur Weltoffenheit, die unsere Region kennzeichnet. Dieses Projekt ist ausserdem ein erfreuliches Beispiel der Zusammenarbeit zwischen den Behörden und dem, was man heute die “Zivilgesellschaft” nennt. Zu dieser gehören auch die “Elsass-Freunde”, die zusammen mit ihren Mitstreitern im Elsass und im Badischen massgeblich am Zustandekommen des Dichterwegs beteiligt waren.


DreylandDichterweg hat ein Vorbild
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Der DreylandDichterweg verdient seinen Namen nicht nur aufgrund seiner geographischen Lage, sondern auch seiner Entstehungsgeschichte, denn der erste alemannische Dichterweg entstand schon vor über einem Jahrzehnt in Südbaden, in der Nähe von Müllheim. Er diente den Elsässer Dialektfreunden der AGATE (Académie pour une Graphie Alsacienne Transfrontalière) als Vorbild für ihre zweisprachigen Dichterwege, von denen es heute, über das ganze Elsass verstreut, ein gutes halbes Dutzend gibt. Der erste von ihnen, 2008 in Munster eröffnet, war der zündende Funke zur Idee eines Dichterwegs im Basler Dreiländereck, die nun nach acht Jahren Wirklichkeit geworden ist. Siehe dazu: «Dichterwaj» in Münster

Ebenfalls im Zeichen der Förderung der alemannischen Dialekte stand eine Tagung, welche die GGG (Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige) zusammen mit den “Elsass-Freunden” Anfang März in Basel organisierte. Und wer die Dialekte des Dreilands “live” erleben möchte, dem seien die diversen Veranstaltungen im Umfeld des Geburtstages von Johann Peter Hebel empfohlen.


Être Rhénan
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Ganz in diesen Rahmen passt auch ein Buch, an welchem mehrere Mitglieder der “Elsass-Freunde” mitgewirkt haben, mit dem kaum übersetzbaren, aber dennoch eindeutigen Titel “Être Rhénan”.

Unser Vereinsmitglied Marianne von Grünigen beendet ihren Beitrag mit einem Aufruf zur Weiterführung der Gemeinsamkeit trotz aller sprachlicher und politischer Hindernisse, der auch perfekt zur Idee des Dichterwegs passt:
“Rester rhénan ist das Gebot der Stunde und der Wunsch für die Zukunft all jener, die in dieser besonderen Region leben.”




Text von Hans Jörg Renk, Bilder und Zwischentitel von Hugo Neuhaus
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