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Gazette 132 Texte Autor: Hugo Neuhaus-Gétaz
Bearbeitet: 26.07.2016
Elsass-Gazette Nr. 132 April 2016

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  • Inhaltsverzeichnis
    Leitartikel Hans-Jörg Renk
    Startschuss DreylandDichterweg Hans-Jörg Renk
    Ausschreibung “Wiesental“ 20. Mai 2016
    Ausschreibung „Fricktal“ 17. Juni 2016
    Bericht GV Huningue Regula Adam
    Nekrolog Dr. Max Gschwend Jürg Burkhardt
    Bericht Déjeuner Culinaire Regula Adam
    Gedicht „Tuube“ Jacqueline Schlegel
    Bericht Dialekttreffen GGG Ursula Schmitt
    André-Paul Weber’s Tu Fu L’Kà Hans-Jörg Renk
    Pierre Ederlé’s Verhinderungstheorie des Ersten Weltkrieges Hans-Jörg Renk
    Zeedel Fasnacht 2016; Aagfrässene, Alti Garde Jürg Burkhardt
    Zeedel Olympia Alti Garde
    „Être Rhénan“ Hans-Jörg Renk
    „Das Knopf-Imperium“ Ursula Schmitt
    70 Jahre Marianne Gloor Jürg Burkhardt
    80 Jahre Jürg Burkhardt Hans-Jörg Renk

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  • Leitartikel
    von Hans-Jörg Renk

    In wenigen Tagen, am 23. April, wird der Rheinuferweg zwischen der Dreirosenbrücke in Basel und der Dreiländerbrücke in Huningue eröffnet. Er ist mehr als nur eine weitere attraktive Verbindung zwischen den beiden Nachbarstädten, sondern gerade in einer Zeit, wo auch bei uns angesichts des Flüchtligsproblems und der Terrorismusgefahr der Ruf “Grenzen dicht!” hörbar wird, ein wichtiges Zeichen für eine offene Gesellschaft und für das Zusammenleben in unserer Region.

    Gleichzeitig mit dem Rheinuferweg wird der mit ihm parallel verlaufende “DreylandDichterweg” eröffnet, der jenseits der Dreiländerbrücke in Weil am Rhein seine Fortsetzung findet (siehe “ElsassGazette” 131, S.2325). Auch er setzt ein starkes Zeichen, nämlich für die Erhaltung unserer Dialekte gerade jetzt, wo das Elsässische in der immer noch namenlosen Grossregion, die wohl am Ende dieses Monats “faute de mieux” die beziehungslose Bezeichnung “Grand Est” erhalten wird, zusätzlich unter Druck steht und das Alemannische auch in Südbaden gegen die Allgegenwart des Hochdeutschen einen immer schwereren Stand hat.
    Der Dichterweg sieht die Dialekte jedoch nicht als Mittel der Abgrenzung und des Rückzugs, sondern im Gegenteil als Brücke zu den “offiziellen” Sprachen. Wie der Rhein, den er begleitet, die Menschen nicht trennt, sondern verbindet, ganz im Sinne des Haikus der Neudörfler Dichterin Lina Ritter (18881981): “Worum trennt uns e Rhi? Àss mir zeige chenne wia me Brucke bäut”, der auf einer der 24 Tafeln verewigt ist. So sind die Gedichte auf der Hüninger Seite mit einer französischen Übersetzung versehen und die Informationstafeln an den drei Standorten sogar dreisprachig, neben Hochdeutsch und Französisch auch auf Englisch, ebenso die InternetWebsite (siehe Seite 6). Der Dichterweg ist somit nicht nur ein Bekenntnis zum Dialekt, sondern zur Mehrsprachigkeit und zur Weltoffenheit, die unsere Region kennzeichnet. Dieses Projekt ist ausserdem ein erfreuliches Beispiel der Zusammenarbeit zwischen den Behörden und dem, was man heute die “Zivilgesellschaft” nennt. Zu dieser gehören auch die “ElsassFreunde”, die zusammen mit ihren Mitstreitern im Elsass und im Badischen massgeblich am Zustandekommen des Dichterwegs beteiligt waren.

    Der DreylandDichterweg verdient seinen Namen nicht nur aufgrund seiner geographischen Lage, sondern auch seiner Entstehungsgeschichte, denn der erste alemannische Dichterweg entstand schon vor über einem Jahrzehnt in Südbaden, in der Nähe von Müllheim. Er diente den Elsässer Dialektfreunden der AGATE (Académie pour une Graphie Alsacienne Transfrontalière) als Vorbild für ihre zweisprachigen Dichterwege, von denen es heute, über das ganze Elsass verstreut, ein gutes halbes Dutzend gibt. Der erste von ihnen, 2008 in Munster eröffnet, war der zündende Funke zur Idee eines Dichterwegs im Basler Dreiländereck, die nun nach acht Jahren Wirklichkeit geworden ist.

    Ebenfalls im Zeichen der Förderung der alemannischen Dialekte stand eine Tagung, welche die GGG (Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige) zusammen mit den “ElsassFreunden” Anfang März in Basel organisierte und über die wir auf den Seiten 2224 berichten. Und wer die Dialekte des Dreilands “live” erleben möchte, dem seien die diversen Veranstaltungen im Umfeld des Geburtstages von Johann Peter Hebel empfohlen (siehe Seiten 3940).

    Ganz in diesen Rahmen passt auch ein Buch, an welchem mehrere Mitglieder der “ElsassFreunde” mitgewirkt haben, mit dem kaum übersetzbaren, aber dennoch eindeutigen Titel “Être Rhénan”, das wir auf den Seiten 3032 vorstellen. Unser Vereinsmitglied Marianne von Grünigen beendet ihren Beitrag mit einem Aufruf zur Weiterführung der Gemeinsamkeit trotz aller sprachlicher und politischer Hindernisse, der auch perfekt zur Idee des Dichterwegs passt: “Rester rhénan ist das Gebot der Stunde und der Wunsch für die Zukunft all jener, die in dieser besonderen Region leben.”
    Der Dichterweg sieht die Dialekte je-doch nicht als Mittel der Abgrenzung und des Rückzugs, sondern im Ge-genteil als Brücke zu den “offiziellen” Sprachen. Wie der Rhein, den er be-gleitet, die Menschen nicht trennt, sondern verbindet, ganz im Sinne des Haikus der Neudörfler Dichterin Lina Ritter (1888-1981): “Worum trennt uns e Rhi? Àss mir zeige chenne wia me Brucke bäut”, der auf einer der 24 Tafeln verewigt ist. So sind die Gedichte auf der Hünin-ger Seite mit einer französischen Übersetzung versehen und die Infor-mationstafeln an den drei Standor-ten sogar dreisprachig, neben Hoch-deutsch und Französisch auch auf Englisch, ebenso die Internet-Web-site (siehe Seite 6). Der Dichterweg ist somit nicht nur ein Bekenntnis zum Dialekt, sondern zur Mehrspra-chigkeit und zur Weltoffenheit, die unsere Region kennzeichnet. Die-ses Projekt ist ausserdem ein er-freuliches Beispiel der Zusammen-arbeit zwischen den Behörden und dem, was man heute die “Zivilge-sellschaft” nennt. Zu dieser gehören auch die “Elsass-Freunde”, die zu-sammen mit ihren Mitstreitern im El-sass und im Badischen massgeblich am Zustandekommen des Dichter-wegs beteiligt waren.

    Der DreylandDichterweg verdient seinen Namen nicht nur aufgrund seiner geographischen Lage, son-dern auch seiner Entstehungs-geschichte, denn der erste aleman-nische Dichterweg entstand schon vor über einem Jahrzehnt in Süd-baden, in der Nähe von Müllheim. Er diente den Elsässer Dialektfreunden der AGATE (Académie pour une Graphie Alsacienne Transfrontaliè-re) als Vorbild für ihre zweisprachi-gen Dichterwege, von denen es heute, über das ganze Elsass ver-streut, ein gutes halbes Dutzend gibt. Der erste von ihnen, 2008 in Munster eröffnet, war der zündende Funke zur Idee eines Dichterwegs im Basler Dreiländereck, die nun nach acht Jahren Wirklichkeit ge-worden ist.

    Ebenfalls im Zeichen der Förderung der alemannischen Dialekte stand eine Tagung, welche die GGG (Ge-sellschaft für das Gute und Gemein-nützige) zusammen mit den “Elsass-Freunden” Anfang März in Basel organisierte und über die wir auf den Seiten 22-24 berichten. Und wer die Dialekte des Dreilands “live” erleben möchte, dem seien die diversen Veranstaltungen im Umfeld des Ge-burtstages von Johann Peter Hebel empfohlen (siehe Seiten 39-40).

    Ganz in diesen Rahmen passt auch ein Buch, an welchem mehrere Mit-glieder der “Elsass-Freunde” mit-gewirkt haben, mit dem kaum über-setzbaren, aber dennoch eindeuti-gen Titel “Être Rhénan”, das wir auf den Seiten 30-32 vorstellen. Unser Vereinsmitglied Marianne von Grü-nigen beendet ihren Beitrag mit einem Aufruf zur Weiterführung der Gemeinsamkeit trotz aller sprach-licher und politischer Hindernisse, der auch perfekt zur Idee des Dichterwegs passt: “Rester rhénan ist das Gebot der Stunde und der Wunsch für die Zukunft all jener, die in dieser besonderen Region leben.”





  • Samstag, 23. April: Startschuss zum DreylandDichterweg

    Wie im Leitartikel erwähnt, wird der Rheinuferweg zwischen der Dreirosenbrücke und der Dreiländerbrücke in Huningue und damit auch der in ihm integrierte DreylandDichterweg, der bis hinüber nach Weil am Rhein führt, am Samstag, den 23. April, durch die Behörden der drei beteiligten Städte Basel, Huningue und Weil am Rhein eröffnet. Die offizielle Zeremonie am Rheinufer ist aus Platzgründen nur für die geladenen Gäste zugänglich, aber ab 12.30 Uhr steht der Rheinuferweg und mit ihm der DreylandDichterweg auch für die Bevölkerung aus dem Dreiland offen. Das Blechbläserensemble des Sinfonieorchesters Basel wird zu diesem Zeitpunkt an der Landesgrenze aufspielen, dort, wo der auf Basler Seite “Elsässerrheinweg” genannte Fussgänger und Veloweg zur “Piste verte” in Huningue wird.

    Die “ElsassFreunde” und weitere interessierte Kreise sind zur Eröffnung und Entdeckung des DreylandDichterwegs, für dessen Begehung gute zwei Stunden einzuberechnen sind, herzlich eingeladen und gebeten, sich um 12.30 an der Landesgrenze einzufinden. Der Zugang ab Basel erfolgt vom Grossbasler Brückenkopf der Dreirosenbrücke. Wir hoffen auf rege Beteiligung!

    Die Strecke zwischen der französischen Grenze und dem südlichen Eingang von Huningue ist vorläufig nur an den Wochenenden, jeweils ab Freitag 17.00 Uhr, begehbar, weil die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände einer ehemaligen Chemiefabrik (Stichwort: Lindan) voraussichtlich während des ganzen Jahres 2016 und möglicherweise darüber hinaus weitergehen.
    Weitere Hinweise auf dem beiliegenden Prospekt.





  • Frühling im Oberen Wiesental

    Ausschreibung
    von Eberhard Stotz

    Datum: Freitag, 20. Mai 2016
    Besammlung/Abfahrt: 8.00 Uhr, Abfahrt pünktlich 8.15 Uhr
    Treffpunkt: Bushalt Meret-Oppenheim-Strasse Basel
    Rückkehr: ca. 18.30 Uhr
    Teilnehmerzahl max. 50 Personen
    Reiseleitung: Eberhard Stotz
    Kosten: CHF 90.--
    Anmeldeschluss: Samstag, 30. April 2016


    Beim diesjährigen badischen Anlass folgen wir der Wiese von ihrer Mündung in den Rhein bis fast zu ihrer Quelle, unterhalb des Feldbergs. „Feldbergs Töchterlein“ hat Johann Peter Hebel die Wiese genannt, die auch an seiner Heimatgemeinde Hausen vorbeifliesst.

    Wir erreichen nach etwa einer Stunde Busfahrt die Gemeinde Utzenfeld, ein staatlich anerkannter Erholungsort zwischen Schönau und Todtnau. Unser Ziel ist die Konfitürenmanufaktur Alfred Faller. Im KonfitürenCafé „s’Therese“ beginnt unser Tagesprogramm mit: Faller Konfitüren vom Buffet, einem Croissant, eine Tasse Kaffee oder Tee.
    Daran anschliessend machen wir eine Betriebsbesichtigung, die etwa 1,5 Std. dauert, mit dem Thema: „Entdecke das Geheimnis des offenen Kupferkessels“.

    Da die Produktionseinrichtungen nur über Treppen – kein Aufzug – erreichbar sind, ist die Besichtigung laut Mitteilung der Firma für Rollstuhlfahrer und stark Gehbehinderte nicht geeignet. Aus Sicherheitsgründen sollten wir geschlossene Schuhe tragen.

    Für das Mittagessen fahren wir in die Nachbarstadt Schönau. Der Gasthof „Vier Löwen“ bietet uns Markgräfler Spargel. Auf dem NachmittagsProgramm steht dann eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Belchen, den „schönsten Berg des Schwarzwaldes, der mit seiner Rundsicht, die er gewährt, von keinem anderen Gipfel des Schwarzwaldes übertroffen wird“. So Karl Baedekers Reisehandbuch über den Schwarzwald. Bevor wir im Belchenhaus, dem höchsten Gasthaus BadenWürttembergs (1363 m), zu Kaffee/Kuchen einkehren, machen wir einen kleinen VerdauungsSpaziergang und geniessen dabei die Aussicht.

    Im Preis sind enthalten:
    Kaffee und Gipfeli Mittagessen, Kaffee/ Ku
 chen Belchenhaus
    Busfahrt, BelchenSeilbahn Führungen, Trinkgelder

    Zur Geschichte der Firma Faller:
    1913 beginnt die Erfolgsgeschichte des heutigen Unternehmens, als im Kolonialwarengeschäft von Alfred und Therese Faller in Schönau die unverkauften Früchte und Beeren der Region von Therese Faller in einem mit Holz befeuerten Kupferkessel zu Konfitüre eingekocht und an Kunden verkauft wurden. Diese Tradition wird bis heute praktiziert: kleine Mengen auserlesener Früchte werden handgerührt im offenen Kupferkessel gekocht. Auf diese Weise bleibt der natürliche Eigengeschmack der Frucht bestmöglich erhalten.

    Um die konstant wachsende Nachfrage bedienen zu können, wurde die Firma 2007 nach Utzenfeld verlegt. Sie wird seit 1991 in dritter Generation von Thomas Faller und seiner Ehefrau Bettina geführt.
    Nach der Besichtigung, die mit einem Film beginnt, besteht die Möglichkeit, in „Faller’s Lädele“ aus dem wirklich reichhaltigen KonfitürenAngebot etwas „Süsses“ für daheim einzukaufen.
    Die Auswahl wird, bei ca. 50 verschiedenen Produkten, etwas schwer fallen.

    Mit 1414 m ist der Belchen (keltisch: der Strahlende) die vierthöchste Erhebung des Schwarzwaldes. Beeindruckend ist seine isolierte Höhe. Rund 1.000 Meter erhebt sich der Panoramaberg des Schwarzwaldes über das Münstertal und das Wiesental. Der Ausblick reicht bis zu den Vogesen, in den Schweizer Jura und in die Alpen. Der Belchen bietet auch weite Tiefblicke in die Oberrheinische Tiefebene. Auch Johann Peter Hebel hat sich vom „Berg der Berge“ faszinieren lassen. So beschrieb er ihn einmal als „die erste Station von der Erde zum Himmel“.

    Den Namen Belchen tragen auch weitere Erhöhungen der benachbarten Mittelgebirge, darunter zwei besonders bei Schneebedeckung auffällige Berge in Sichtweite. Sie bilden zusammen mit dem Schwarzwälder Belchen das so genannte Belchendreieck: Im Westen auf der französischen Seite der Oberrheinebene in den Vogesen der Elsässer Belchen, der Ballon d’Alsace; im Süden auf der Südseite des Hochrheins der Schweizer Belchen, die Belchenflue.

    Umgeben von der Ruhe des BelchenNaturschutzgebietes – mit 1600 ha eines der grössten Schutzgebiete BadenWürttembergs – zieht der Gipfel Naturliebhaber und Erholungssuchende gleichermassen an. Der Belchen bietet eine artenreiche Flora und Fauna.

    „o Muetter, lueg doch au,
    do unte glänzt’s im Morgethau,
    so schön wia in dim Himmelssal.“
    „He“ seit sie, „drum isch’s Wiesethal.“

    Auszug aus dem Gedicht Abendstern von Johann Peter Hebel





  • Fricktal: Sulz Schloss Habsburg Laufenburg
    Ausschreibung von Robert Heuss

    Datum: Freitag, 17. Juni 2016
    08:30h Besammlung Basel, Bahnhof Süd, Meret OppenheimStrasse
    08:45h Abfahrt
    09:30h Kaffee/Gipfeli in der KulturWerkstadt Sulz/AG
    09:45h Besichtigung der historischen Nagelschmiede, 
 der Strickerei und anderer Handwerke
    11:30h Fahrt von Sulz über Möhntal – Brugg auf die Habsburg
    12:30h Mittagessen im Schloss Habsburg
    14:30h Abfahrt über Schinznach – Umiken nach Laufenburg
    15:15h Führung durch das Museum Rehmann, Gespräch mit dem 
 95jährigen Künstler Erwin Rehmann, Erfrischung im Garten
    17:30h Abfahrt nach Basel
    ca. 18:15h Rückkehr Bahnhof Süd, Meret OppenheimStrasse
    verantwortlich: Robert Heuss
    Teilnehmerzahl: 2658
    Kosten: CHF 95.
    Meldeschluss: Mittwoch, 25. Mai 2016

    An unserem Sommerausflug besuchen wir zwei eher unbekannte Kultureinrichtungen im Fricktal: Die KulturWerkstadt in Sulz/AG und das Museum Rehmann in Laufenburg.
    Die KulturWerkstadt engagiert sich für den Erhalt von Handwerken und Traditionen, fördert gestalterische Fähigkeiten, ist aber auch ein Ort der Begegnung. Sie pflegt alte Handwerke wie das Schuhnägel machen, Stricken auf alten Maschinen, das Brot backen im Holzofen oder den Umgang mit Ton. Zugleich ist das Haus ein Ortsmuseum. Gegen Mittag fahren wir durch das Sulztal nach Brugg und auf die Habsburg, womit der Bogen zum Elsass geschlagen wäre, denn die Habsburger, die ein Weltreich gegründet haben, kommen ja von dort. Wir werden die wunderschöne Aussicht und anschliessend im historischen Rittersaal ein Aargauer Menu geniessen können. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, die Ausstellung zur Geschichte des Schlosses zu besichtigen sowie für die Leichtfüssigen den, Turm zu besteigen.
    Nach der Mittagspause fahren wir über Ittenthal nach Laufenburg, wo wir im einzigartigen Skulpturenmuseum Rehmann erwartet werden.
    Dieses ist 2001 eröffnet worden und besteht aus dem Atelier und der ehemaligen Giesserei des 1921 geborenen Bildhauers Erwin Rehmann. Neben den zahlreichen, sehr vielfältigen Werken Rehmanns im Innern des Museums und im weitläufigen, idyllisch oberhalb des Rheines gelegenen Skulpturengarten werden im RehmannMuseum immer wieder Wechselausstellungen anderer namhafter Kunstschaffender gezeigt. Diese stehen stets im Dialog mit den Arbeiten von Erwin Rehmann und eröffnen neue, faszinierende Blickwinkel auf das dreidimensionale Schaffen in der Schweiz und im angrenzenden Ausland.
    Im herrlichen Garten werden wir bei einer Erfrischung mit dem Künstler ins Gespräch kommen und den Ausflug ausklingen lassen.
    Im Preis inbegriffen sind:

 Busfahrt
 Kaffee/Gipfeli 
 Eintritt* und Führung durch die 
 KulturWerkstadt Sulz/AG und das
 Museum Rehmann
    Mittagessen inkl. Mineralwasser,
 Café oder Tee
    Erfrischung im Museum Rehmann
    Organisation, Trinkgelder

    * so vorhanden bitte Museumspass mitbringen!





  • Generalversammlung in Huningue
    von Regula Adam

    Begrüssung
    An der diesjährigen Generalversammlung im Le Triangle in Huningue kann der Präsident Robert Heuss gegen siebzig Anwesende begrüssen, darunter Vertreter von Politik und Kultur. In seinem kurzen geschichtlichen Exkurs stellt er fest, dass in früheren Zeiten der Name Hüningen in Basel keinen guten Klang hatte, denn man fühlte sich fast wie heute vom AKW Fessenheim bedroht von der Festung in Hunigue, bevor sie 1815 geschleift wurde. Anschliessend begrüsst uns Mr. le Maire JeanMarc Deichtmann von Huningue, charmant in schriftdeutscher Sprache, er freut sich über den Besuch der ElsassFreunde im Le Triangle. In seinen Ausführungen betont er die gute Zusammenarbeit im Dreiland und die guten Beziehungen zu Basel, speziell auch im Hinblick auf die bevorstehende Eröffnung des grenzüberschreitenden Rheinuferweges mit dem parallel verlaufenden Dichterweg, bei welchem der Rhein für einmal keine Grenze bildet, sondern die Länder verbindet.

    Jahresbericht
    Robert Heuss kann wiederum auf zehn sehr gut besuchte und erfolgreiche Veranstaltungen zurückblicken. Die Vereinszeitschrift Gazette erschien viermal und wurde überall positiv aufgenommen. Dem Redaktions und Versandteam wird herzlichen Dank ausgesprochen. Auch für unsere Homepage, betreut von Hugo Neuhaus, gibt es Lob und Dank. Ende Dezember 2015 betrug der Mitgliederbestand 440, dies bedeutet einen Zuwachs, obwohl wir im vergangenen Jahr leider den Tod von sechs Mitgliedern zu beklagen hatten. Die Versammlung gedenkt ihrer in einer Schweigeminute. Die vier zweistündigen Vorstandssitzungen konnten wir wiederum im Office de Tourisme du Pays de SaintLouisHuningue im Maison de Haut Alsace in VillageNeuf durchführen. Gérard Kielwasser und Directeur Eric Lefèbvre wird dafür herzlich gedankt.

    Der Dreyland/Dichterweg steht kurz vor seiner Vollendung und wird am 23. April 2016 gleichzeitig mit dem Rheinuferweg eröffnet werden.

    Dem Verein Trésors de Ferrette, welcher sich in Ferette für ein Sundgauisches Geschichtsmuseum einsetzt, wurden von den ElsassFreunden € 2‘000 überwiesen. Im August werden wir uns anlässlich einer Exkursion das Projekt und den Stand der Arbeiten an Ort und Stelle ansehen.

    HansJörg Renk hat letztes Jahr mit den Elsässischen Kollegen des Projektes DreylandDichterweg, Yves Bisch, Edgar Zeidler und Gérard Leser, einen DialektAustausch angeregt. Der Leiter der GGGSprachkurse, Erich Meyer hat in der Folge am 7.Oktober 2016 eine Diskussionsrunde in Saint Louis zusammengebracht. Eine weitere Veranstaltung fand am 9. März im Stadthaus in Basel statt. (S. 2224).

    Der Jahresbericht des Präsidenten wird mit Akklamation genehmigt.

    Jahresrechnung
    Da an der Generalversammlung 2015 kein ordentlicher Rechnungsabschluss vorlag, konnten die Revisoren erst im Nachhinein am 25. März einen ergänzenden Jahresbericht abgeben. Die diesjährige Revision am 3.März konnte infolge des unvollständigen Rechnungsabschlusses nicht revidiert werden. Unser früherer Kassier, KarlHeinz Matthes, hat es übernommen, in einer Gewaltsaktion innerhalb weniger Tage die Buchhaltung 2015 in Ordnung zu bringen, und das mit einem erfreulichen Resultat. Der Verein steht auf einer gesunden finanziellen Basis und kann einen beachtlichen Gewinn ausweisen. Der Präsident dankt KarlHeinz Matthes für seinen grossen Einsatz und überreicht ihm einen Fresskorb mit elsässischen Spezialitäten. Die Jahresrechnung wird genehmigt und dem Vorstand Décharge erteilt. Den Vorstandsmitgliedern wird für ihre Tätigkeit und ihre Kollegialität gedankt. Grosser Dank geht auch an HansJörg Renk und Hugo Neuhaus, die ebenfalls an den Vorstandssitzungen teil nehmen.

    Wahlen
    Statutengemäss müssen dieses Jahr Präsident, Kassier und die Vorstandsmitglieder wieder gewählt werden. Robert Heuss wird mit Akklamation im Amt bestätigt. Auf eine weitere Zusammenarbeit mit unserem Kassier Franz Lachenmeier wird verzichtet, da er offenbar mit dieser Aufgabe überfordert war. Als neuer Kassier wird HansRuedi Grünenfelder mit Akklamation gewählt.
    Er übernimmt das Amt rückwirkend per 1.Januar 2016. Der neue Kassier ist 1937 geboren und war während Jahrzehnten im Finanzwesen des Polizeidepartements und der Handelskammer beider Basel tätig. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. In einer kleinen Antrittsrede bedankt sich der neu Gewählte für das Vertrauen und verspricht, die Kasse nach bestem Wissen und Gewissen zu führen. Die andern acht Vorstandsmitglieder werden in ihrem Amt bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wird André Dubail, wohnhaft in Pfetterhouse. Wir haben ihn als sachkundigen Führer an einer geschichtlichen Exkursion im Sundgau kennen gelernt und waren von seinen Ausführungen so begeistert, dass wir ihn spontan anfragten, ob er in unserem Vorstand mitarbeiten würde.
    Er ist 1941 in Altkirch geboren, verheiratet und Vater zweier Kinder. Seine berufliche Karriere startete als Lehrer in Quebec, Kanada, später unterrichtete er an verschiedenen Gymnasien in Frankreich und Deutschland. Von 1987 bis zur Pensionierung 2004 war er GymnasialRegionalInspektor in Besançon und Strassburg. André Dubail hat sich unter anderem einen Namen gemacht als Organisator von historischen Exkursionen und war Gründungspräsident der Freunde des „Kilometers Zéro“. Er hat mehrere Bücher zu geschichtlichen und kulturellen Themen geschrieben.

    Alfred Buttschardt tritt nach 13jähriger Tätigkeit als Revisor zurück, neu gewählt wird an seiner Stelle Irma Brantschen zusammen mit den bisherigen Revisoren HansPeter Hochstrasser und HansRuedi Roth.

    Die Mitgliederbeiträge werden auf der bisherigen Höhe belassen (CHF 50.für Einzelmitglieder und CHF 80. für Ehepaare).

    Nach einem Ausblick auf das kommende Jahresprogramm (siehe Gazette131) ist die Generalversammlung beendet.

    Referat von Dr. Patrick Leypoldt
    Im anschliessenden Referat stellt uns Dr. Patrick Leypoldt sehr informativ den Verein Agglo Basel vor. Der länderübergreifende Verein ist trinational organisiert. Dessen Mitglieder setzen sich zusammen aus den vier Nordwestschweizer Kantonen, sowie aus Deutschland und Frankreich. Die Zielsetzung des Vereins besteht darin, die Verkehrsprobleme im DreyLand nachhaltig einer Lösung zuzuführen. Zurzeit liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung der Regio SBahn, mit dem Herzstück durch die Basler Innenstadt, das heisst die unterirdische Verbindung von Bahnhof Basel SBB und Badischem Bahnhof. (Durchmesserlinie). Zu diesem brisanten Thema zeigt uns der Referent einige interessante und wissenswerte Details auf. Weitere Infos unter www.agglobasel.org.

    Beim anschliessenden Apéro bietet sich die Gelegenheit, ausführlich darüber zu diskutieren. Dazu unterhalten uns Studentinnen der Jugendmusikschule Huningue mit Harfen und Saxophon.




  • Zum Gedenken an Dr. Max Gschwend 13.07.1916 – 29.12.2015
    von Jürg Burkhardt

    Erst Mitte Januar erfuhren wir, dass am 29. Dezember 2015 der GründerPräsident des sich damals „ElsassFreunde Basel“ nennenden Vereins im Alter von 99 Jahren aus dem Leben abberufen worden ist.

    Ich denke, dass seine Leistungen eine kurze Rückschau verdienen. Dazu bediene ich mich zuerst der Worte, die unser langjähriger Vizepräsident Dr. h.c. Georges Bienz, seines Zeichens GeographieLehrer am Realgymnasium in Basel aus Anlass des 20JahrJubiläums im Jahr 2005, über ihn geschrieben hat:
    „... Denken wir an die Fasnachtsfigur des „Waggis“, die sozusagen eine Liebeserklärung an unsere Nachbarn im Elsass ist! Und vergessen wir nicht, dass seit dem 17. Jahrhundert uns durchs Elsass nicht nur die französische Sprache, sondern auch Kultur und Lebensart vermittelt worden sind.

    Auf diesem Hintergrund muss man die Gründung unseres Vereins sehen, die in der alten Gewerbeschule Ecke Spalenvorstadt/Petersgraben stattfand. Unser erster Präsident wurde Dr. Max Gschwend, mein Studienkollege am Geographischen Institut der Universität Basel. Er entwickelte sich zum besten Kenner der Schweizer Bauernhäuser und wurde später – eigentlich logischerweise erster Direktor des Freilichtmuseums auf dem Ballenberg bei Brienz. Als der Elsässer Marc Gradwohl an die Gründung des Ecomuseée in Ungersheim ging, war ihm Max Gschwend ein geschätzter Ratgeber.“

    An dieser Stelle erlaube ich mir eine Zwischenbemerkung, denn meines Wissens hatte M. Grodwohl wohl die Idee, erhaltenswerte Bauernhäuser aus dem Sundgau an ihrem ursprünglichen Standort zu belassen und sie dort zu restaurieren. Erst Dr. Max Gschwend hat ihn auf die Idee eines Ecomusée gebracht. Dies in Anlehnung an das angedachte BallenbergFreilichtmuseum im Berner Oberland. Also dürfen wir ihn zumindest als Spiritus Rector auch des Ecomusée betrachten.

    Dr. Max Gschwend unterrichtete nach seiner Promovierung seit 1945 an der Basler Sekundarschule, später am Humanistischen Gymnasium. Wohnhaft war er lange Zeit am St. Galler Ring. 1988 verlegte er aus den bekannten beruflichen Gründen seinen Wohnsitz nach Brienz. Dabei litt er sehr unter den unglücklichen Umständen des Auseinanderbrechens seiner Familie. Seine Frau verunglückte damals bei einem Tramunfall beim Schützenhaus tödlich. Nachdem seine Zeit als Direktor im Ballenberg zu Ende ging, verlegte er seinen Wohnsitz nach Langnau am Albis, wo er zu seiner Lebensgefährtin Li Traber zog und dort auch weiterhin seine Berufung, seine Liebe zu den Bauernhäusern, pflegte. Auch hier musste er einen Schicksalsschlag verarbeiten, als seine Partnerin 2015 verstarb. Er blieb den ElsassFreunden sein ganzes Leben lang treu und ich mag mich noch gut daran erinnern, dass er den angesichts seines Alters weiten Weg zu uns nach Basel zu unserer Jubiläumsveranstaltung 2010 nicht scheute.

    Blicken wir also mit Dankbarkeit an ihn zurück.




  • Köstlichkeiten im Sundgau
    von Regula Adam

    Ende Februar fahren fünfzig ElsassFreunde gegen Mittag im Bus in den nahen Sundgau. Das Ziel ist das Restaurant Studerhof in Bettlach, wo wir uns kulinarischen Genüssen widmen wollen. Während der Fahrt begrüsst uns Präsident Robert Heuss und freut sich, wiederum neue Mitglieder willkommen heissen zu können. In seinen Ausführungen präzisiert er, dass unser Verein, obwohl auf dem Tagesprogramm nur „Essen“ steht, trotzdem kein Fressclub ist. Da im Februar das Wetter oft kalt und nass ist, wird auf Exkursionen im Freien verzichtet und so geniesst man in gepflegter Tafelrunde im Elsass ein gutes Mahl begleitet von ausgesuchten Weinen, elsässisches „Kulturgut“ sozusagen.

    Nachdem alle Gäste ein Glas mit prickelndem Kir Royal vor sich haben, begrüsst uns Nicole Fischer, die Seniorwirtin und erzählt von der Vergangenheit des Studerhofs, welcher heute in dritter Generation geführt wird. Der Grossvater hatte den Studerhof, der ursprünglich ein Bauerngut war, bei einer „Kerzligant“ erworben, das heisst, bei dieser Art der Gant brennt eine Kerze: wenn ihr Licht erlischt, bekommt der zuletzt Bietende den Zuschlag. Zum Bauernhof gehörte noch ein Restaurant, was dem neuen Besitzer einiges Kopfzerbrechen bereitete, da er Bauer und nicht Koch war. Seine Frau führte in der Folge die Wirtschaft und machte sie zu einem allseits bekannten Treffpunkt in der Region.

    Unsere sympathische Gastgeberin ist mit Leidenschaft Mitglied der 1987 gegründeten Confrérie de la choucroute und trägt den Titel „le Grand Garnisseur“ in Bettlach. Sie betreut das Sekretariat und fungiert als rechte Hand von JeanJacques Colin, „Le Grand Choucroutier“, in Ittenheim. Die Confrérie wurde von Gastronomen gegründet, um dem Sauerkraut als Gemüse im Sundgau mehr Bedeutung zu geben. Vier Garnisseurs sind heute anwesend und präsentieren ihre schöne Plakette. Zum Apéro werden kleine Gebäcke serviert, eines gefüllt mit Sauerkraut. Als Entrée wird eine Salade folle gereicht, schön präsentiert mit hausgebeiztem Lachs, dazu trinken wir einen Pinot Blanc. Es folgt ein bei Niedertemperatur schön rosa gebratenes Contrefilet, dazu werden Pommes Dauphine und verschiedene Gemüsehäppchen auf einem Artischockenboden serviert. Zum Trinken gibt es einen Rotwein von den Côtes du Roussilon. Ein Parfait glacé mit Coulis de fruits rouges rundet das feine Essen ab. Vor dem Dessert referiert Ruedi Schenker in ein paar Sätzen über den Ursprung des Namens Bettlach. Da der Ort am Römerweg liegt, ist ein Römer mit Namen Betilius der Namensgeber der Siedlung, später auch Betiliacum genannt. Ab dem 13.Jahrhundert gehört Bettlach (Betlacha) den Klöstern Klingental und Sankt Alban. Am späteren Nachmittag sinken wir etwas müde in die Carsessel und fahren zurück.
    Robert Heuss und Rudi Niescher sei gedankt für die tadellose Organisation des beliebten Anlasses.





  • Jacqueline Schlegel

    Jacqueline Schlegel und Pierre Kretz, die viel zum Erfolg unseres Literari-schen Abends vom vergangenen November beigetragen haben, hatten am 20. März einen zweiten Auftritt in Basel, diesmal im Saal der Allgemeinen Lesegesellschaft am Münsterplatz. Sie präsentierten sich im Rah-men der Schlussveranstaltung der 28. Internationalen Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt, organisiert vom alemannischen Dichter Markus Man-fred Jung und moderiert von Volker Habermaier, Präsident des Hebelbundes Lörrach.
    Da wir in der letzten "Elsass-Gazette" keinen Platz mehr für ein Gedicht von Jacqueline Schlegel hatten, soll auch sie hier zu Wort kommen:

    Tuube

    • Lieber d’Tuube in dr Hand
      als dr Schpatz uff em Dach.
      Schtatt em Ohr an dr Wand
      lieber Lärme und Krach.
      Lieber silbrig vil rede
      schtatt goldig nur warte.
      Schwiige ka jede...
      uff so vili Arte.

      Ref. Ich sött doch langsam vernünftig sii, aber ...
      Ich bi laschterhaft fuul
      und wenn’s glänzt, isch es Chrom.
      Schtrich nit Honig um’s Muul,
      schwimm nit immer gege Schtrom.
      Lob am Morge scho dr Daag.
      S’het mi kei Hafer gschtoche.
      Weiss nit immer, was i sag.
      Ka ne Brei z’fünfte koche.

      Ref. Ich sött doch langsam vernünftig sii, aber...

      Nit jede Wäg brucht nur s’Welle.
      Ich mag schtrahlendi Liechter,
      wo kei Scheffel verschtelle.
      Sag d’Wohret au niechter.
      Es git deckellosi Dose.
      Und ich find i mim Garte
      mängisch bliehendi Rose
      ohni ewigs druff z’warte.

      Ref. Ich sött doch langsam vernünftig sii, aber ...

      S’isch kei Frog vo dr Mängi,
      S’isch nämmli nie z’vil.
      Mini Dräckwösch, die häng i
      veruuse... wenn i will.
      Hünd, wo schlofe, die weck i.
      Gseh, s’Gueti ligt färn.
      Schtreck mi nit nach dr Decki,
      sondern griff mer e Schtärn.
      Schtreck Di nit nach dr Decki,
      sondern griff Dr e Schtärn.


    Text und Musik: Jacqueline Schlegel





  • „Grenzvögel sind zweisprachig“ (René Schickele)
    Dreiland Dialekt: Erfahrungsaustausch in Basel

    von Ursula Schmitt

    In der Gazette Nr.129 (Juni 2015, S. 37) stellte HansJörg Renk das neue Lehr und Lernbuch der GGG (Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige) „Baseldütsch“ den Elsass Freunden vor.

    Das neue Lehrmittel stiess auch bei den Mitgliedern der AGATE (Académie pour une Graphie Alsacienne Transfrontalière), die sich für die Erhaltung der Dialekte im Elsass einsetzen, auf grosses Interesse. Dies bewog die ElsassFreunde, Interessierte zu einem Erfahrungsaustausch über die Vermittlung des Dialekts einzuladen. Im Herbst 2015 fand das erste Treffen im Café Littéraire in Saint Louis zwischen Vertretern des Elsass und der Schweiz statt. Nach dieser ersten angeregten Gesprächsrunde, die vor allem unter dem Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens der Teilnehmer stand, wurde beschlossen, die Diskussion um die Förderung und Vermittlung des Dialekts in der Dreilandregion fortzusetzen.

    Das von der GGG organisierte zweite Treffen fand am 9. März 2016 im Stadthaus in Basel statt. Dank dem Entgegenkommen der Bürgergemeinde Basel war es möglich, in einem der schönsten Gebäude Basels zu tagen. Erstmals waren auch Dialekt Spezialisten aus Südbaden anwesend und vervollständigten den Dreilandcharakter unseres Treffens.

    Als Nachfolgerin von Erich Meyer leitete Piara Chiras, die neue Präsidentin der Kommission GGG Kurse, die Sitzung mit Kompetenz und Charme. Der Erfahrungsaustausch zeigte, dass dem Dialekt in der Dreilandregion von Land zu Land sehr unterschiedliche Bedeutung zukommt.

    In der Schweiz ist er die tägliche Umgangssprache, ist Teil unserer Identität und für uns „selbstverständlich“. Die GGG ist sich dessen sehr bewusst und bietet seit bald 40 Jahren DialektSprachkurse an, die von Migranten rege genutzt werden. Dialekt zu sprechen bedeutet für Fremde, dazuzugehören. Wie von DialektExperten der GGG betont wird, wirken oft bereits einige wenige Wörter Baseldeutsch Wunder. Der Wunsch, unseren Dialekt zu sprechen, nimmt zu, wie bei der Nachfrage nach Baseldeutsch – Kursen festgestellt werden kann.

    Bei unseren südbadischen Nachbarn hat der Dialekt dagegen eher einen negativen Beigeschmack. Man war der Ansicht, Dialekt sprächen nur die Alten, Armen und Ungebildeten. In den 70er Jahren waren viele der Meinung, dass er eine Sprachbarriere bedeute und fürchteten als Folge schlechtere Bildungschancen für ihre Kinder, also sprachen und sprechen Eltern mit ihren Kindern vorwiegend hochdeutsch. Wie Markus Manfred Jung, der selbst als Gymnasiallehrer in Schopfheim tätig ist, erläutert, reden die meisten Schüler aus dem Kleinen Wiesental heute noch Alemannisch, aber im Unterricht werde ausschliesslich Hochdeutsch gesprochen und auch im schulischen Umfeld kaum mehr Dialekt gehört. „ Bei uns unterrichtet niemand Alemannisch“, fährt Jung in seinen Ausführungen fort, es stehe weder im Lehrplan, noch werde es als notwendig erachtet.

    Wieder anders ist die Situation im Elsass, hier ist Französisch die offizielle Sprache. Während langer Zeit war nur zu hören „c’est chic de parler français“, das Elsässisch wurde immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Heute wird teilweise noch innerhalb der Familie und in ländlichen Gegenden Dialekt gesprochen, aber vorwiegend von der älteren Generation. Von „Mamama und Papepa“ lernen die Kleinen noch Elsässisch, wenn sie Glück haben. Yves Bisch spricht über seine Erfahrung mit älteren Menschen und deren sprachlichen Problemen. Mit der Entstehung der noch „ungetauften“ Grossregion dürfte sich die Situation für das Elsass, die lokale Identität zu wahren, zusätzlich verschärfen.
    Unermüdliche Kämpfer für den Dialekt versuchen, mit innovativen Ideen dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Sie sind sich bewusst, dass der Untergang des Dialekts gleichzeitig auch einen Verlust von Identität und Kultur bedeutet.

    Zweisprachigkeit hat jedoch auch einen wirtschaftlichen Hintergrund. Bei der herrschenden Arbeitslosigkeit erhöhen sich die Arbeitschancen junger Franzosen in der Regio, wenn sie Deutsch verstehen und sprechen können.

    Es besteht Einigkeit, dass es förderlich wäre, wenn Kinder in frühen Jahren lernen würden, Mundart zu sprechen. Benjamin Ludwig berichtet von seiner Tätigkeit bei der CA3F (Communauté d’agglomération des Trois Frontières). Er bringt Kindern mit Erfolg auf spielerische Weise den Dialekt nahe und betont die Wichtigkeit, Freude und Gefühl für die Sprache zu vermitteln. Er schildert auch die Leichtigkeit, mit der sie zwischen beiden Sprachen hin und herhüpfen.

    Für Markus Manfred Jung ist der Wechsel zwischen Dialekt und Hochsprache positiv. Uli Führe berichtet von seinen Erfahrungen mit CodeSwitching innerhalb der unterschiedlichen DialektNuancen und bezeichnet sie als anspruchsvoll und anregend. Für Edgar Zeidler ist Sprachwechsel ein Mittel, den Geist wach zu halten.

    Warum ist der Dialekt heute so wichtig? Er ist eine Art Gegenbewegung zur Globalisierung. Man besinnt sich wieder vermehrt auf lokale und regionale Eigenheiten, Dialekt steht für Heimat und Identität. Er zeigt die Zugehörigkeit zu einer gewissen Gruppe von Menschen, zu einer Region. Dem Grunddialekt ihrer Kindheit bleiben die meisten Menschen ihr Leben lang treu, selbst wenn sie später in einer anderen Region leben.

    Der aktiv benutzte Wortschatz verändert sich, heute vielleicht schneller als früher. Dass jüngere Menschen gewisse Wörter nicht mehr verwenden und neue Wörter hinzukommen, gehört zum Wesen einer Sprache. Menschen brauchen die Sprache, um miteinander zu reden, und Veränderungen in Lebensgewohnheiten verändern auch die Sprache.

    Das anregende Treffen fand bei den Teilnehmern Anklang und es wurde beschlossen, sich weiterhin für den Dialekt einzusetzen. Eine neue Zusammenkunft findet im Herbst 2016 statt.




  • Tu Fu l‘Kà
    André-Paul Webers zweite Streitschrift gegen die Regionalfusion

    von HansJörg Renk

    “Tu Fu l’Ka” ist nicht etwa Chinesisch, sondern die Elsässische Schreibweise des französischen ”Tout fout le camp” oder “Àlles geht zùm Téifel”. Es ist der Titel eines der 19 Gedichte und Geschichten der neuesten Streitschrift unseres Ehrenmitglieds AndréPaul Weber gegen die Regionalfusion, nachdem er bereits vor einem Jahr eine erste gegen das damals erst geplante Vorhaben unter dem Titel “Kùmmer ùn Sorga fer’s Elsassland” publiziert hatte (siehe “ElsassGazette” 128, S. 2022). Die neue Sammlung trägt den Titel “Spetza Wadri”, was nichts anderes heisst als Spitzwegerich. Diese Pflanze, die auch auf dem Deckblatt figuriert, ist für den Autor ein Symbol des Widerstands und der Hoffnung, denn sie wächst auch auf der Kehrichtanlage (Französisch: “Déchetterie”) und hat dazu noch heilende Eigenschaften. Weber nimmt dieses Bild am Ende seiner Schrift unter der Überschrift “D Moral” wieder auf, sozusagen als versöhnlichen Schlusspunkt nach zum Teil bitterbösen Bemerkungen, in Poesie und Prosa, gegen die Regierung in Paris:

    • D Moral vù ùnsra Gschichtlà 
Blibt:
      “D Menscha sìnn hàlt nur Menscha”
      Sa macha s Güata, àwer aui schlacht
      Sinn hàlt kèi Angel
      Mr mian da Àndra verzeicha
      Wia sa ùns verzeicha mian.
      Au dr Hùmor derft mr nìt vergassa.

      Ùf dr Déchetterie wàchsa au dia Blìamla
      Ùf Trümmerhüfa vù unsra Gsellschaft
      Ûn Zivilisation wàchsa aui scheena Blìamla
      Wie ùf dr Déchetterie
      Dr Spetzawadri.
      Also ìsch d’Hoffnung nìt tot
      Wenn mr aui sinn ìn Not


    Die Geschichten, alle auch auf Elsässisch, schildern Szenen aus der Vergangenheit, wie etwa die Flucht eines zwangsrekrutierten jungen Elsässers aus Liebenswiller, der während des Zweiten Weltkriegs mitsamt seinen Eltern dank der Kraft eines Ochsengespanns die nahe Schweizergrenze durchbrach und bis Kriegsende in der Schweiz blieb. Zwei Jahre später erhielt die inzwischen heimgekehrte Familie einen Scheck der Schweizer Behörden für die zwei Ochsen, über die Weber schreibt: “Sie hann in dr zwìscha Zit fer d’Nahrung vom Schwizervolk mìtghulfa.” Sein Kommentar: “Ìm Sundgäui gibt’s nì numma àlta Esel, dumma Kiah, stùra Ochsa; as gìbt öi güata Ochsa. Siehe in Liebenswiller!”

    Zum gleichen Themenkreis gehören die spannenden Verhandlungen, die Weber zur Zeit Gorbatschows mit den sowjetischen Behörden im ehemaligen Kriegsgefangenenlager Tambow führte. Die Trinkfertigkeit der Elsässer Delegation übertraf sogar diejenige der Russen, sodass diese schliesslich nach vielen Trinksprüchen endlich die Namen der im Lager verstorbenen Elsässer Soldaten bekannt gaben, die im Krieg in deutscher Uniform kämpfen mussten. Weber schildert auch die Entstehung der von ihm gegründeten “Confrérie de l’Asperge” in den 1970er Jahren und die Fusion von BlotzheimLa Chaussée mit SaintLouis in den 1950er Jahren, die auch nicht ohne Nebengeräusche vor sich ging, zu der aber, im Gegensatz zur Regionalfusion, immerhin eine Abstimmung stattfand..

    Der Band wird vervollständigt durch drei Karten, die die wechselvolle Geschichte des Elsass im 19. Jahrhundert illustrieren sowie durch eine Biografie des Autors.

    AndréPaul Weber: Spetza Wadri, Geschechtla ùn Gedichtla ùff Elsässisch, Imprimerie de SaintLouis 2016, 34 Seiten. Der Band ist derzeit nur in einer limitierten Auflage verfügbar, soll aber später in den Buchhandel kommen.




  • Wie der Erste Weltkrieg hätte verhindert werden können
    (Ein alternatives Szenario von Pierre Ederlé)
    von HansJörg Renk

    Der in Saint-Louis wohnhafte Historiker Pierre Ederlé hat bereits zwei Bücher veröffentlicht, in denen er der offiziellen französischen Geschichtsschreibung, namentlich über das Elsass, Fakten gegenüberstellt, die ein anderes Bild der Vergangenheit zeichnen. (“Le Mensonge” und “L’antimythes”, siehe ElsassGazette Nr. 122, S. 3236). Jetzt legt er mit “Juillet 1914, une visite de trop” eine neue “AntiGeschichte” vor, die er wie seine ersten Bücher durch eigene Karikaturen illustriert. Der Titel bezieht sich auf den Staatsbesuch, welchen der französische Präsident Raymond Poincaré, vom 20.23. Juli 1914, auf dem Höhepunkt der Krise nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo am 28. Juni, dem russischen Zaren Nikolaus II. in St. Petersburg abstattete. Das Protokoll der Besprechungen der beiden Staatsmänner ist zwar verschollen, doch der französische Botschafter in Russland, der dabei war, schrieb Jahre später: “Poincaré a sonné le clairon”, d.h. er ermunterte den noch zögernden Zaren, gegen Deutschland die Mobilmachung anzuordnen, die nur eine Woche nach dem Besuch erfolgte und die Nikolaus nicht mehr rückgängig machten wollte oder konnte, als ihn sein Cousin Kaiser Willhelm II. am 1. August inständig darum bat. Als Nikolaus nicht antwortete, erklärte Willhelm am gleichen Tag Russland den Krieg und zwei Tage später an Frankreich, gefolgt vom deutschen Einmarsch in Belgien, worauf Grossbritannien Deutschland den Krieg erklärte und schliesslich ÖsterreichUngarn an Russland.

    Ederlé entwirft ein Szenario, das diese unheilvolle Kettenreaktion hätte verhindern können: Anstatt in St. Petersburg zur Mobilmachung zu ermuntern, wäre Poincaré in Paris geblieben und hätte den Zaren davon überzeugt, diese abzublasen, um Deutschland nicht zu provozieren. Unter dem Einflusss der Zarin und Rasputins wäre Nikolaus II. diesem Rat gefolgt, worauf Willhelm II. den österreichischen Kaiser Franz Josef dazu gedrängt hätte, auf die Mobilmachung gegen Serbien zu verzichten. Der Krieg wäre vermieden worden.


    Pierre Ederlé: Juillet 1914, une visite de trop, Editions Allewil, Fegersheim 2015, EUR 9.50




  • D’Zeedellääsede in dr‘ Baseldytsche Bihni

    von Jürg Burkhardt

    Zum 10. Mal bereits fand in dieser urgemütlichen Stimmung des Kleintheaters im Lohnhof die „Zeedellääsede“ statt. Vor vollbesetzten Plätzen verabschiedete sich deren Mentor – der UrKleinbasler Niggi Schöllkopf – nach eben diesen zehn Jahren mit launigen Worten und stellte fast unnötigerweise die vier Referenten vor: Heidi Dederding, Edith SchweizerVölker, Beat Trachsler alle seit 10 Jahren begeistert mit von der Partie und als Neuling und seinen Nachfolger Felix Rudolf von Rohr, den ehemaligen Obmann des FasnachtsComités.

    Und schon ging‘s los, mit dem Vorlesen von ausgesuchten Zeedeln in gepflegtem Baseldytsch. Wie viele Lacher kamen da zu Stande! Aber auch: wie viele Wahrheiten sind uns auf diesen Zeedeln an den Kopf geschmissen worden! Muss „Basel wirgglig dr‘Bach ab“? Sollten wir uns alle nicht an der Nase nehmen, dies durch persönliches Verhalten zu verhindern?

    Natürlich kamen auch die internationalen Themen nicht zu kurz, sind wir Basler doch ausgesprochen weltoffen und verstehen diese Anliegen aus dem ff. Hierzu ein kurzer Ausschnitt aus dem Zeedel vo den Aagfrässene, Alti Garde:

    Elsass Quo Vadis?

    Jä, scheen isch s Elsass, s stoht ys noo
    E Noochber, wo mer dien verstoh
    Lycht isch d Gränze z iberwinde
    Nit z letscht d Sprooch duet ys verbinde
    Mir baidi hänn, ych sags diräggt:
    En alte SchwoobeDialäggt!
    ...
    D Bevelggerig, die isch schokiert
    S wird proteschtiert und demonschtriert
    Denn d Sälbschtbestimmig isch in Gfohr
    Au d Freyhait und d Kultuur s isch wohr
    D Identidäät macht dääwääg schlabb
    S goht mit em Elsass d Schyssgass ab
    Mir stehn drum y hit, gopfridstutz
    Verlange Minderhaiteschutz
    S Elsass het e Rächt uff s Lääbe
    Das Dikdaat, das isch dernääbe
    Daas hätsch friehner, duet s ys schyne
    Zrugggstutzt mit der Guillotine

    Und wenn am Änd denn nyt me nitzt
    Dert uus Paris s Gift wyter spritzt
    Roote mir Eych ärnschthaft z bsinne
    Ihr im Elsass wurdet gwinne
    Kemmet zrugg – s isch nit verschlosse
    Ze den alte Aidgenosse!




  • Die Redaktion hat von Felix Drechsler den Zeedel 16 der Fasnachtsgesellschaft Olympia Alti Garde erhalten, welcher über das Elsass handelt und deshalb auch veröffentlicht wird:

    Edelzwigger statt Schämpis! (Fasnachtsgesellschaft Olympia Alti Garde)

    Dä Hollande z Franggrych ka nit richtig lande:
    Sy Flaisch isch schwach und Gaischt isch/ kuum vorhande.
    Doch wel är ainewäg sy Wiiderwahl wott
    Und dodrfir sich winde wien e Aal sott,
    Und wel är waiss, wie syni Lyt, die stuure,
    Au hit no ihrer „Grandeur“ noochetruure,
    Het är sich usdänggt, s wurd sich fir en lohne,
    Wenn är e Franggrych macht us Groossregione.

    Mit däre Iebig git är s Elsass uf
    Und macht drmit die liebe Waggis muff.
    Mir z Basel mien no muffer proteschtiere:
    Mir wän doch unser Elsass nit verliere!
    Mir, won ys in dr Schwyz e bitz verstegge
    In unsrem sunnige DrejländerEgge;
    Mir wo diskret am JuraNordfuess hinde
    Die Schwyzer Senne mit dr Wält verbinde,
    Mir wänn die liebe Noochbere, die alte,
    In ihrem wunderbare Elsass bhalte!

    Um d Schoosefyne und dr Schampedyss
    Isch in Europa allewyl e Gryss:
    Zerscht hän d Franzoose si eroberet,
    Denn hän die Dytsche si verschwooberet,
    Jetz wott Paris, dass si „Franzeesch parliere“
    Si kennte lengschtens ihri Seel verliere
    In däne Wächselbeeder und däm Gwirr;
    Und sin doch Alemanne, gnau wie mir!
    Mir finde ihre Dialäggt so scheen,
    Wel mir en wie dr Aige fascht verstehn:
    Si spräche alles e bitz anderscht „üs“
    Vo „Güedenoowe“ bis zue „Cümülüs“.
    S teent nit so spitzig und so stedtischstur;
    Wie d Landschaft isch s: Me gspyrt no drin d Natur.
    Die Landschaft mit verwilderete Wälder,
    Mit satte Matte, hügelige Fälder
    Dert bräche Bächli sich no freji Bahn,
    Dert schrejt im Ried no dr Fasanehahn.
    Wenn mir us Basel in das Elsass starte,
    Denn haue mir s entspannt in unsere Garte.
    Und wenn me denn dur unsere Garte fahrt,
    Denn stellt me fescht: Die hän no Läbensart!
    Die mien kai Oceanium ane zwänge,
    Wel ihne e baar Karpfeweiher länge.
    Die bruuche au kai Stadtbildkommission;
    Die sueche sälber sich dr bassend Ton:
    Dr Gartehag, wo vor em „Hysle“ stoht,
    Isch gmoolt in Gääl und Blau und Grien und Rot.
    Die bruuche au kai AbgaswärtKontrolle
    Für d Dieselkischte, wo dert umme rolle.
    Und wenn dr Waggis si parkiere wott,
    Denn lähnt är si an s näggschti Parkverbot.

    Doch s Waggisland isch nit nur „Kueh und Buur“;
    Dä Garte isch voll Gschicht und voll Kultur!
    Im Unterlinde z Colmar zaigt me aim
    Dr GrünewaldAltar vo Iseheim;
    In Egisheimer Gässli, in so krumme,
    Isch iberall no s Mittelalter umme;
    S StroossburgerMinschter am Vogesefuess
    Schiggt unserem e gothischkiehle Gruess.

    Wär s nit so kiehl mag, sondern ehnter räs,
    Bikunnt us de Vogese Minschterkäs.
    „So Minschterkääs“, sait ain vo Barteheim,
    „Stinggt wunderbar – ych han e baar dehaim!“
    Dr Apéro isch kiehle Edelzwigger
    Zue knusprigfrische „Flammeküeche“Stigger.
    Und us em Käs git s wunderbari Quiche
    Als Vorspys vor em Hauptgang „Süürgrütt riche“.
    Dass kain verdurschtet, schängge si denn Bier y
    Und noochhär git s e „Gugelhupf“ zem Zvieri.
    Die Waggis sin no Lyt, wo z Läbe wisse,
    Drum wänn mir die als Nochbere nit misse!

    S bruucht nit „Paris“ mit syne Steak und Frites
    Mir bruuche s Elsass mit dr Sparsezyt!
    Und mir wänn zämme mit däm Waggishuffe
    Nit Schämpis, sondern Edelzwigger suffe!




  • Der Rhein: Nicht Grenze, sondern Verbindung
    Ein neuer Sammelband zur regionalen Zusammenabeit

    von HansJörg Renk

    Der kürzich erschienene Sammelband “Être Rhénan” ist die Fortsetzung von “Devenir Alsacien”, welches wir in der “ElsassGazette” vom April 2014 kurz vorgestellt haben (Nr. 124, S. 23). Für beide Bücher zeichnet unser Fördermitglied Yves Bisch als Mitherausgeber, und wie damals finden sich auch jetzt unter dem guten Dutzend Autoren zwei weitere Mitglieder der “ElsassFreunde”, Marianne von Grünigen und Edgar Zeidler. Da der Themenkreis von “Être Rhénan”, wie schon sein Titel andeutet, weiter gefasst ist als seine Vorgängerpublikation, stammen die Beiträge nicht nur aus dem Elsass, sondern auch aus Deutschland und der Schweiz. Auch geographisch ist “Être Rhénan”, dessen deutscher Titel “Bürger am Oberrhein” diesen Begriff nur unzureichend wiedergibt, weiter gefasst: So stammt der erste Beitrag von der Ministerpräsidentin des Saarlandes, das ja nicht direkt an den Rhein grenzt, Annegret KrampKarrenbauer. Sie lässt darin auch durchblicken, dass dies kein Zufall ist, denn die neue Grossregion ElsassLothringen Champagne Ardenne grenzt auch an das Saarland. Ebensowenig Zufall ist das Erscheinungsdatum des Buches, rechtzeitig zum Entstehen dieser Grossregion zu Beginn dieses Jahres. Mitherausgeber Gérard Cardonne sieht nämlich in seinem Beitrag unter dem Titel “Rhénanité” in der verstärkten Zusammenarbeit am Obrerrhein eine Art Gegengewicht zu diesem künstlichen Gebilde und eine Möglichkeit namentlich für das Elsass, seine kulturellen, sprachlichen und juristischen Besonderheiten zu bewahren.

    Marianne von Grünigen geht das Thema in ihrem Beitrag unter dem Titel “Der Rhein als Verbindung” von einer sehr persönlichen Seite an, indem sie im Sinne von “Devenir Rhénan(e)” schildert wie sie, nachdem ihre Eltern 1944 von Zürich nach Basel gezogen waren, das Dreiland als Kind nach und nach entdeckte, zuerst diesseits, aber auch jenseits der Grenzen, sobald sich diese wieder öffneten. Eine prägende Erinnerung bleibt für sie, wie sich ihr Vater, damals Direktor der Kunstgewerbeschule Basel, unmittelbar nach Kriegsende zusammen mit dem legendären Denkmalpfleger Rudolf Riggenbach, genannt “DingeDinge,” dafür einsetzte, dass die Basler Regierung dem Münster von Freiburg i.B., dessen Dach durch das Bombardement vom November 1944 schwer beschädigt worden war, 80’000 neue Ziegel schenkte. Diese und andere Erlebnisse während der unmittelbaren Nachkriegszeit schufen bei der Autorin eine starke emotionale Bindung zum Dreiland, die auch die Jahrzehnte, die sie als Diplomatin im Ausland verbrachte, überlebte und an die sie bei ihrer Rückkehr nach Basel nach ihrer Pensionierung nahtlos anknüpfen konnte. Ihre berufliche Erfahrung, vor allem im Zusammenhang mit den OstWest Beziehungen während und nach dem Kalten Krieg, kommt auch darin zum Ausdruck, dass sie wichtige Ereignisse in diesem Bereich in Verbindung mit Entwicklungen in unserer Region bringt, die wohl nicht zufällig wenig später folgten: So die Schaffung des “Comité Tripartite” auf Regierungsebene zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz 1975, wenige Monate nach der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki durch die 35 Staaten der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und der erste und bisher einzige “RegioGipfel” vom Dezember 1989 in Basel mit Mitterrand, Kohl und Delamuraz nur wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer. Im Abschnitt “Être Rhénan” gibt sie einen nützlichen Überblick über die verschiedenen grenzüberschreitenden Institutionen unserer Region und im Schlusskapitel “Rester Rhénan” unterstreicht sie, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit ist, dieser Zusammenarbeit treu zu bleiben.

    Unser Mitglied Edgar Zeidler beschreibt in seinem Beitrag die von ihm und Danielle Crévenat vor bald zehn Jahren eingeführte “Orthographie alsacienne” (ORTHAL) als gemeinsame Schreibweise für alle Elsässer Dialekte, die sich seither weitgehend durchgesetzt hat und zu einem wirkungsvollen Mittel zu deren Aufrechterhaltung und weiteren Verbreitung geworden ist. Sie könnte gemäss dem Titel seines Beitrags eines Tages auch zu einer “Orthographie rhénane” werden. Wir gehen in der nächsten “ElsassGazette” ausführlicher auf dieses Thema ein, auch auf der Grundlage eines Vortrags, den der Autor kürzlich über Vergangenheit und Zukunft der Dialekte im Elsass gehalten hat.

    Die weiteren Beiträge umfassen einen breiten Themenbereich: Raymond Woessner und Gérard Cardonne schildern die Mobilität der Bevölkerung am Oberrhein, insbesondere der Grenzgänger, aber auch die Bedeutung der Minderheiten, und Julia Blandfort geht in diesem Zusammenhang besonders auf die Stellung der Roma ein. Gabriel Braeuner würdigt die Geschichtsvereine, von denen es im Elsass über 120 gibt und die seit 2012 im Rahmen des “Netzwerks Geschichtsvereine am Oberrhein” enger mit ihren allerdings weit weniger zahlreichen Partnern im Badischen, der Pfalz und in der Nordwestschweiz zusammenarbeiten. Albert Bour erinnert daran, dass die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt bereits am Wiener Kongress von 1815 ins Leben gerufen wurde und als eine der ältesten noch bestehenden internationalen Organisationen seither die Freiheit des Verkehrs auf dem Fluss garantiert, eine Art Frühform der heutigen EU und seit 1999 Vorbild für eine ähnliche Institution im afrikanischen Kongobecken. Thierry Meyer unterstreicht die Bedeutung des EuroAirports für die ganze Region und Benoît Meyer erzählt die Geschichte des im Rahmen der Kreuzzüge gegründeten Deutschritterordens, der ursprünglich im Baltikum aktiv war, aber auch Spuren in unserer Region hinterliess, z.B. die Kapelle an der Rittergasse in Basel. François Ernenwein schildert zum Schluss die mannigfachen Beziehungen von Mülhausen zu seiner Umwelt und namentlich zur Schweiz. Insgesamt ein lesenswertes Buch, dessen Beiträge in der jeweiligen Sprache der Autorinnen und Autoren Deutsch oder Französisch geschrieben sind und durch Zusammenfassungen in beiden Sprachen und dazu noch auf Englisch vervollständigt werden.

    Être Rhénan/Bürger am Oberrhein, Herausgeber: Michel Bentz, Yves Bisch, Gérard Cardonne, Dominique Rosenblatt, Editions Traverse, Orléans 2015, 202 Seiten, EUR 15..




  • Das „Knopf-Imperium“
    die Geschichte einer jüdischen Kaufmannsfamilie im Dreiland

    von Ursula Schmitt

    Das Dreiländermuseum in Lörrach zeigt neben seiner Dauerausstellung
    auch immer wieder hochinteressante Sonderausstellungen.

    Am 27. Januar 2016 wurde eine Ausstellung zur Warenhausgeschichte eröffnet, die den Aufstieg und Niedergang des „Knopf Imperiums“ zum Thema hat.

    Die Entstehung moderner Warenhäuser bedeutete einen Bruch mit der bisherigen konventionellen Konsumkultur des 19. Jahrhunderts. Mit der Industrialisierung änderte sich in den betroffenen Ländern auch die Art und Weise, wie die Waren zum Endverbraucher gelangten. Paris war dabei Geburtsort und Zentrum neuer Konsumgewohnheiten in Europa, hier wurde das moderne Warenhaussystem entwickelt. Emile Zola beschrieb in seinem 1884 erschienen Roman „Au Bonheur des Dames“ die Geschichte einer Verkäuferin, die aus der Provinz nach Paris kommend eine Anstellung im „Paradis des Dames“ findet. Er schildert Wachstum und Struktur dieses expandierenden Kaufhauses und den gleichzeitigen Niedergang des kleingewerblichen Einzelhandels eines Pariser Stadtviertels. Sein Ro


    man zeichnet ein naturalistisches Bild der Gewohnheiten und Arbeitsverhältnisse der Mittelschicht Frankreichs gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

    Die repräsentativen neobarocken und klassizistischen Konsumpaläste, mit Namen wie „Grands Magasins du Louvre“, „A la Samaritaine“, „Au Printemps“, wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Trendsettern in der neu entstehenden europäischen Warenhauskultur.

    Die jüdische Kaufmannsfamilie Knopf stammte aus der polnischen Stadt Miedzychod, die um 1850 zum preussischen Bezirk Posen gehörte und damals Birnbaum hiess. In der seit 1378 bestehenden Stadt gab es seit Anfang des 18. Jahrhunderts eine jüdische Gemeinde, die etwa ein Drittel der damaligen Einwohner umfasste und durch ihre jüdischen Kaufleute bekannt war. Auch Leonhard Tietz (der „Kaufhof“ Gründer), Oscar und Hermann Tietz (daher der Name „HerTie“), die Brüder Ury („Wohlwert“) kamen aus Birnbaum. Durch die polnische Teilung im 18. Jahrhundert wurde den Tuchmachern und Kaufleuten der Handel nach Osten versperrt, sie mussten nach neuen Absatzmöglichkeiten suchen und orientierten sich nach Westen.

    Zur Familie Knopf gehörten vier Brüder und zwei Schwestern. Beeinflusst von den Pariser Warenhäusern eröffnete Max (1857 1934) mit seiner Schwester Johanna (geb. 1847) unter dem Namen „Geschwister Knopf“ in Karlsruhe 1881 ein erstes Leinen, Wäsche und Weisswarengeschäft. Sie übernahmen dabei das in Paris im Warenhaus „Au bon Marché“ realisierte Konzept des Handels mit festen, aber günstigen Preisen bei grossem Angebot, Sofortzahlung, freiem Zutritt und grosszügigem Umtauschrecht.

    Bruder Moritz (geb. 1852) eröffnete 1882 in Strassburg sein erstes kleines Textil und Kurzwarengeschäft. Er konzentrierte seine Tätigkeit vorwiegend auf das Elsass und Lothringen und besass bis 1914 etwa dreissig Filialen. Zeichen seines Erfolgs war das 1898 in Strassburg errichtete Stammhaus, das in einem repräsentativen Jugendstil erbaut wurde.

    Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Moritz und Max Knopf als „altdeutsche Kaufleute“ bei der Umsetzung des Versailler Vertrags 1919 von den Franzosen enteignet und verloren ihre Kaufhäuser im Elsass und in Lothringen.

    Sally (1845 1922), der älteste der vier KnopfBrüder, eröffnete 1887 in Freiburg sein erstes Textil Geschäft“. Auch er war beruflich sehr erfolgreich und besass im Laufe der Jahre mehr als zwanzig Filialen, vor allem in Südbaden und der Schweiz.
    1895 eröffnete er an der Freien Strasse 65 sein erstes Geschäft in Basel und nur drei Jahre später bereits eine Konfektionsabteilung in der Greifengasse 24. Nach einem sorgfältigen Umbau, bei dem die Fassade des klassizistischen Gebäudes des ehemaligen Bankhauses von Speyr erhalten blieb, zog Sally Knopf 1913 in sein neues Warenhaus an der Freien Strasse 56 mit einer Verbindung zur Streitgasse 14 18. Sicher können sich ältere Elsass Freunde noch gut an diesen „Gnopf“ erinnern.

    In den 20er Jahren wurde das Basler Geschäft in eine Familien Aktiengesellschaft umgewandelt und nach dem Tod von Arthur Knopf von Charles Duchêne, dem Ehemann einer Nichte von Arthur Knopf, geleitet. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Haus zu einem Geschäft für gehobene Damenmode, bis es 1978 an die Textilkette C & A verkauft wurde.

    Der vierte Bruder Albert (18501898) eröffnete 1893 sein erstes Warenhaus in Zürich. Nach seinem frühen Tod führten seine Ehefrau, Tochter und Schwiegersohn die Firma bis in die 20er Jahre fort.

    Nachdem der Erste Weltkrieg und die Inflation überstanden waren, wurde es durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933, dem Boykott jüdischer Geschäfte im April 1933 durch die SA und dem zunehmenden Judenhass für jüdische Kaufleute im Deutschen Reich gefährlich.

    1937 wurden die Warenhäuser „arisiert“ und mussten weit unter ihrem tatsächlichen Wert verkauft werden. Das Geld wurde auf Sperrkonten gelagert, bis der deutsche Staat sie 1943/44 auflöste.

    Arthur Knopf, der 60jährige Sohn von Sally Knopf, wurde im November 1938 von der Gestapo verhaftet und im KZ Dachau misshandelt. Ende Dezember 1938 wurde er entlassen mit der Auflage, seinen Grundbesitz aufzulösen und das Land zu verlassen. Er konnte sich 1939 zu seinen Verwandten in die Schweiz retten, wodurch alle seine Geschwister, ausser der in Deutschlad verbliebenen Schwester Betty, überlebten. – Arthur Knopf erhielt 1953 das Basler Bürgerrecht.

    Bernd Serger, ExRedaktor und Chef der Lokalredaktion der „Badischen Zeitung“, hat in seiner sorgfältig kuratierten Ausstellung die allgemeine Warenhausgeschichte aufgezeichnet und ist dabei im Besonderen auf die Warenhauskette Knopf eingegangen. Informationstafeln, die Rekonstruktion eines Warenhauses anhand einer Werbebroschüre von Knopf aus den Zwanzigerjahren, das Ganze etwas aufgelockert durch die Projektion eines Films von 1916 mit Charlie Chaplin in einem Warenhaus, eine gelungene Kombination.

    Was Fasnächtler noch interessieren dürfte: zu sehen ist die Laterne der Rumpel Clique Basel und deren Sujet „Bis zem letschte Gnopf“ zur Schliessung des Warenhauses Knopf in Basel im März 1978. „Dr Gnopf“ war über Jahre unerschöpfliche Fundgrube für fasnächtliche Materialien.

    Eine Ausstellung, die die Elsass – Freunde sicher interessieren wird. Sie zeigt nicht nur die Geschichte einer jüdischen Familie, sondern sie ist auch bezeichnend für die Region des Dreilandes.

    Öffnungszeiten des Museums:
    Mittwoch – Samstag: 11 17 Uhr
    Sonntag: 14 – 17 Uhr
    Eintrittspreise: Erwachsene € 2.

    Begleitprogramm bis zum Ende der Ausstellung am 01. Mai 2016:

    Öffentliche Führungen:
    Mittwoch, 13. April 2016, 19:00 Uhr und Sonntag, 1. Mai 2016, 11:00 Uhr

    Vortrag:
    Donnerstag, 21. April 2016, 19.00 Uhr
    „Paris war lange das Vorbild – Wie die deutsche WarenhausArchitektur zu ihrem eigenen Stil fand.“ Von Ausstellungskurator Bernd Serger, Freiburg.




  • 70 Jahre Marianne Gloor
    10 Jahre gute Seele der Elsass-Freunde Basel

    von Jürg Burkhardt

    Man hat mich gebeten, doch zum 70. Geburtstag von Marianne eine kurze Notiz für unsere Gazette zu verfassen, denn ich trüge ja auch die Verantwortung dafür, dass Marianne unser Sekretariat leite. Gerne komme ich dieser Bitte nach.

    Da die Zeit mit zunehmendem Alter – wir wissen es ja alle – immer schneller voranschreitet und auch unser Verein sich in steter Erneuerung befindet, erlaube ich mir, einige Worte aus der Gazette Nr. 91 vom April 2006 zu wiederholen:

    „Es war einmal...so beginnen fast alle Märchen. Und auch ich kann ihnen, liebe Elsass-Freunde, eine märchenhafte Geschichte erzählen. Es war einmal eine gesundheitsorientierte junge Frau, die im Muttenzer Hallenbad ein Fitness-Training besuchte. Im besagten Bad tummelten sich noch einige andere Nixen und der leicht säuselnde Wind trug ein paar Gesprächsfetzen über die Wasseroberfläche. Da sagte eine Nixe zur anderen Nixe: „Ich werde jetzt bald pensioniert, aber mit Nixtun wird dann nix, sonst werde ich am Ende noch faul. Ich muss frühzeitig etwas dagegen unternehmen“. Die erste Nixe – meine Frau Beatrice – hörte dieses Gespräch und dachte sofort, das wäre doch etwas für die Elsass-Freunde! Sie knüpfte ein erstes Gespräch und siehe da, die zweite Nixe fand, sie könnte wirklich etwas in dieser Richtung unternehmen. So kam Ihr Präsident zu einer neuen Sekretärin!“

    Die Ehre, diese neue Kraft für unseren Verein zu organisieren, kommt also meiner Gattin zu, mein Verdienst ist es allenfalls, dass ich Marianne Gloor zu diesem Amt „überreden“ konnte. Mitte Mai 2006 stieg sie also bei uns ein.

    Jetzt ist also aus der geplanten Gratulation zum 70. Geburtstag von Marianne beinahe schon eine Würdigung Ihres Wirkens entstanden! Meine Erfahrung bestätigt mir folgendes: mit Marianne haben wir das grosse Los gezogen. Sie ist gebürtige Luzernerin, arbeitete nach der Ausbildung bei der Aufzügefabrik Schindler in Ebikon, 1972 kam sie nach Basel und lernte – wie sie selber sagt – die Stadt, die Mentalität der Basler und die Fasnacht lieben. Später arbeitete sie bei der Speditions AG, der Schweizer Reederei Neptun AG und beim Gewässerschutzamt. Da wurde ihr die Materie zu trocken und sie wollte wieder etwas mit Menschen zu tun haben und so wechselte sie zur Sozialhilfe Basel. Dann meinte sie noch: „Nach diesem bewegten Berufsleben kann ich nicht einfach meine Hände in den Schoss legen, so kam mir die Anfrage von Jürg Burkhardt, mich im Sekretariat der Elsass-Freunde zu betätigen, sehr gelegen“.

    Nun, so ganz falsch kann dieser Entscheid damals nicht gewesen sein, denn normalerweise braucht ein Mensch keine zehn Jahre, um festzustellen, dass er am falschen Platz sei! Marianne ist für mich die gute Seele des Vereins geworden: Sie führt diesen „Haufen“ von nicht immer leicht zu organisierenden, meist auch schon im fortgeschrit-tenen Alter stehenden Mitgliedern mit dem nötigen Geschick: manchmal braucht sie auch ein paar Haare auf den Zähnen, wenn es um einen vergessenen Ausflugstermin geht, oder die lieben Leute vergessen haben, wo sie ihr Kreuzlein beim bestellten Essen gemacht haben, wenn einmal die Website abstürzt und sie mühsam ihre „Kunden“ wieder zusammensuchen muss. Sie bewältigt all diesen Stress mit ihrem typischen, trockenen Humor.

    Liebe Marianne, ich gratuliere Dir im Namen aller Mitglieder a) zu Deinem 70. Geburtstag am 11. April 2016 und b) danke ich Dir von Herzen für Deinen nun auch schon 10 Jahre dauernden Einsatz für uns alle! Hoffentlich mag Dein Kreis (siehe ganz oben) noch ein paar weitere Kreise ziehen. Der Lateiner sagt: ad multos annos! Ich sage: bleib uns weiterhin erhalten!




  • Jürg Burkhardt zum 80.

    Lieber Jürg, es ist kaum zu glauben, doch der Kalender irrt sich nicht: Am 16. Juni kannst Du Deinen 80. Geburtstag feiern. Ich gratuliere Dir ganz herzlich zu diesem runden Jubiläum und wünsche Dir für das neue Lebensjahrzehnt Gesundheit, Lebensfreude, Kreativität und noch viele schöne Reisen mit Deiner lieben Beatrice.

    Ich habe Dich erst vor einem guten Dutzend Jahren kennen gelernt, obwohl wir im gleichen Dorf Riehen aufgewachsen sind, ins gleiche Realgymnasium Basel gingen, und erst noch
    beim gleichen Klassenlehrer, aber altersbedingt mit vier Jahren Abstand, was in jungen Jahren eine halbe Ewigkeit ist, die sich aber mit den Jahrzehnten glücklicherweise immer mehr reduziert. Und daher haben wir uns sofort bestens verstanden, als uns der oben erwähnte gemeinsame Klassenlehrer es war niemand anderer als der unvergessene Georges Bienz, einer der Mitbegründer der “ElsassFreunde” bei Eurem Besuch in Vevey, wo ich damals arbeitete, miteinander bekannt machte. Beim Mittagessen in einer gemütlichen Waadtländer Beiz nahmt ihr mir das Versprechen ab, nach meiner Pensionierung den “ElsassFreunden” beizutreten, welches ich natürlich, zurück in der “Regio”, umgehend einlöste. Da Du das Gefühl hattest, dass ich nach fast zwei Jahrzehnten in der Romandie die französische Sprache einigermassen beherrsche, machtest Du mich zum “offiziellen” Übersetzer der “ElsassGazette”, die Du damals zusätzlich zu Deinem Vereinspräsidium als Alleinredaktor leitetest. Und da meine deutsche Version der Artikel aus der “L’Alsace”, den “DNA” und anderen Elsässer Publikationen offenbar verständlich war, hast Du mich ermuntert, selber Artikel für die “Gazette” zu schreiben und später in deren Redaktion einzutreten. Und obwohl Du diese abgegeben hast, bist Du der “Gazette” als “Sonderkorrespondent” treu geblieben, wie es die vorliegende Ausgabe einmal mehr beweist. Du hast mich jedoch nicht nur in die “Gazette” eingeführt, sondern auch in Dein weit verzweigtes Beziehungsnetz im Elsass und im Badischen, das noch heute nicht nur der “Gazette” zugute kommt, sondern auch dem vom Dir begründeten Literarischen Abend und dem DreylandDichterweg, zu dessen “Initialzündung” Du wichtige Impulse gegeben hast. Für all’ das danke ich Dir, nicht nur in meinem Namen, sondern auch in demjenigen der Redaktion und wohl auch aller ElsassFreunde, die Dich kennen. HansJörg Renk




  • 33. Buchmesse von Saint-Louis, 22.-24. April

    Die diesjährige 33me Foire du Livre Saint-Louis findet am Wochenende des 22.-24. April statt, zum ersten Mal in der Festhalle “Forum”, die im vergangenen Dezember eröffnet wurde. Sie liegt wenige hundert Me-ter nördlich der Place de l’Europe, wo jeweils der Markt stattfindet, und ist mit dem Bus 604 ab Schifflände via die Haltestellen “Croisée des Lys” oder “Rue de Breisach” erreich-bar. Die Messe ist am Freitag von
    14.00 bis 20.30, am Samstag von 10.00 bis 19.00 und am Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist gratis. Auch wenn französischsprachige Bücher dominieren, sind auch Autorinnen und Autoren vertreten, die auf Elsässisch schreiben, darunter solche, die uns aus der “Elsass-Gazette” und von den Literarischen Abenden bekannt und auf dem DreylandDichterweg vertreten sind. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, schon wegen der ganz besonderen Atmosphäre. Und weil die Buchmesse dieses Jahr zufällig mit der Eröffnung des DreylandDichterwegs zusammenfällt, lassen sich beide Veranstaltungen zu einem attraktiven literarischen Wochenende kombinieren!
    Mehr Informationen auf www.foirelivre.com
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