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Die Communauté de Communes des Trois Frontières Autor: Georges Bienz
Bearbeitet: 13.01.2008 durch HN
von Georges Bienz, Basel
Communauté de Communes des Trois Frontières


Als Fortsetzung des Artikels ''Die Birsstadt'', Gedanken zu ...

Im Elsass bestehen in der unmittelbaren oder mittelbaren Nachbarschaft Basels, nebst den autonomen Gemeinden auch Gemeindeverbände, die ihrerseits wieder zusammenarbeiten, so z.B. unter dem Begriff "Pays de Saint-Louis" die "Communauté de communes des Trois Frontières", "Pays de Sierentz" und "Porte du Sundgau".

Die Vorstellung der "Trois Frontières" im Internet erfolgt in zwei Teilen: Im ersten wird die geografische Lage, die gute Verkehrserschliessung an die mitteleuropäische Haupt-Nord-Süd-Achse (Autobahnen, Bahnlinien, Binnenschifffahrt, EuroAirport) herausgehoben. Dann geht der Blick rückwärts: Am 1.1.2001 wird die bisherige SIPES (Interkommunales Syndikat zur Förderung der 10 Gemeinden im wirtschaftlichen und sozialen Sektor) in die Rechtsform der "Communauté" übergeführt. Ihr Sitz ist im "Hôtel de Ville" von St-Louis. Die zehn Gemeinden (in der Schreibweise, für welche sich die Gemeinde entschieden hat): Bartenheim, Blotzheim, Buschwiller, Hégenheim, Hésingue, Huningue, Kembs, Rosenau, St-Louis, Village-Neuf. Insgesamt beherbergen diese Gemeinden ca. 50'000 Einwohner, davon rund 20'000 in St-Louis.

In einem weiteren Abschnitt werden die statutarischen (Raumordnung und Wirtschaftsförderung) und die selbstgewählten Kompetenzen vorgestellt. Von den 15 zur Wahl gestellten hat man sich bis jetzt für vier entschieden: Schutz und sinnvolle Nutzung der natürlichen Umwelt; Förderung des Wohnungsbaus; Bau und Unterhalt des Strassennetzes in seinen verschiedenen Abstufungen; Bau, Unterhalt und Betrieb von Einrichtungen für Kultur, Sport und Wissensvermittlung.

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Die "Communauté" wird geleitet von einem (momentan) 41 Mitglieder zählenden Rat, in welchem die Gemeinden nach ihrer Einwohnerzahl vertreten sind (1 - 12). Dazu wählt jede Gemeinde einen Suppleanten. Der Rat wählt aus seiner Mitte den Präsidenten und das "Bureau". Die Sitzungen sind öffentlich, wenn nicht das Gegenteil beschlossen wird.
Von den Aufgaben, welche dem Rat obliegen, seien genannt:
Umwelt: Kehrichtbeseitigung, Abwasserreinigung
Wirtschaft: Förderung im Rahmen der Trinationalen Agglomeration Basel (TAB).
Raumplanung: In enger Verbindung mit den Arbeitsgruppen der TAB.
Transporte: Das Busnetz wird unter dem Begriff "Distribus" durch die
Firma "Métro-Cars" und unter der Aufsicht des Rates
Betrieben. Die blauen Busse, die Richtung Basel fahren,
haben ihren Endpunkt im Bereich der Schifflände.
"Infobest": Die ehemaligen binationalen Zollgebäude auf der
elsässischen Seite der Palmrainbrücke dienen primär für
Auskünfte über Fragen, welche die EU, resp. die Schweiz betreffen; sie ist stark frequentiert.
Einer der Schwerpunkte in der Arbeit der "Trois Frontières" ist die Zusammenarbeit mit den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft und dem Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg.

Man kommt nicht um den Gedanken herum, es handle sich bei den aufgelisteten Themen um Nachholbedarf, den die Pendler feststellten!


NACHWORT:
Nachdem ich alle Unterlagen beisammen hatte, griff ich noch zum "Strukturatlas Nordwestschweiz, Oberelsass, Südschwarzwald", Basel, 1967: Dort ist eine Karte der politischen Gliederung des im Atlas berücksichtigten Raumes zu finden. Ein Ausschnitt daraus ist jeweils in diesem Beitrag und in "Birsstadt" enthalten. Es zeigte sich, dass alle acht Gemeinden des Canton de Huningue und zwei des Canton de Sierentz der "Communauté de Communes des Trois Frontières" beigetreten sind. Das "de" bedeutet die Freiwilligkeit des Mitmachens, und deshalb ist das Übergreifen auf andere Cantons möglich, "des" würde auf ein Obligatorium hinweisen! Das Problem ist für uns wegen Dornach, das, wie Bartenheim und Kembs, dem anvisierten Raum durchaus angehört.
Als man in der Französischen Revolution den Staat neu gliederte, nahm man als unterstes Glied im Département den Begriff "canton", was ursprünglich eine Waldparzelle bedeutete. Als die Franzosen die Schweiz besetzten, den Schweizern das Zeitalter der Helvetik verpassten, da wichen die Begriffe "Ort" oder "Stand" dem "Kanton" und gaben ihm damit noch eine höhere Weihe. Wenn man das französische Modell übernähme, so wäre wohl auch ein Kantonswechsel überflüssig.






Therwil, 12. September 2007/JB
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