Aktuell   Agenda   Wir über uns   Aktivitäten   Dokumente   Bilder   Bestellungen   Links   SiteInfo   Sprache: deutsch
Kintzheim / Haut-Koenigsbourg Autor: Hugo Neuhaus-Gétaz
Bearbeitet: 25.03.2015
1011 Ausschreibung


Ein Tag in Kintzheim / Haut-Koenigsbourg

Datum: Samstag, 22. Oktober 2011

Besammlung: 07.45 Uhr, Meret Oppenheimstrasse, hinter Bahnhof SBB
Abfahrt: 08.00 Uhr

Rückkehr: ca. 19.30 Uhr

Teilnehmerzahl: max. 50 Personen

Reiseleitung: Marianne Gloor und Gérard Kielwasser

Kosten: CHF 90.--/ € 72.--



Folgende Leistungen sind inbegriffen:
- Carfahrt
- Kaffee/Gipfeli
- Mittagessen inkl. Mineral/Kaffee
- sämtliche Eintritte und Führungen
- alle Trinkgelder
- Reiseleitung
Die Versicherung ist Sache der Teilnehmer, der Verein übernimmt keine Haftung.

Wichtig: Bitte tragen Sie bequemes Schuhwerk, da bei den Besichtigungen Treppen zu überwinden sind. Eine gewisse Kondition ist deshalb von Vorteil.
Falls Sie evtl. Einkäufe tätigen wollen, ist die Mitnahme einiger € sinnvoll.


Kintzheim
Kintzheim ist ein typisches Weindorf an der Elsässischen Weinstrasse, es liegt in der Nähe von Sélestat/ Schlettstadt, das sicher einige Teil-nehmer noch von unserem damaligen Besuch her kennen (Heimat des Weihnachtsbaumes und der Humanistischen Bibliothek). Kintzheim liegt am östlichen Abhang der Vogesen und sein weithin sichtbares Wahrzeichen ist die Haut-Koenigsbourg, der wir einen Besuch abstatten wollen.
Wir werden Ihnen aber nicht nur ein 0815-Programm bieten, deshalb sind noch weitere Aktivitäten vorgesehen: Besuch der Burg Kinzheim am oberen Dorfrand.
Hier befindet sich die Volerie des Aigles. Auf dem Platz vor der sehenswerten Schlossruine können Sie einen faszinierenden Einblick in die Welt der Greifvögel gewinnen mit einer Flugdemonstration, der Sie aus den Fenstern der Burg folgen können. Sie machen Bekanntschaft mit den grössten Raubvögeln der Welt: Geier, Adler, Falken, Milane, Eulen und andere Vögel werden dort gehalten und in Form einer mittelalterlichen Falkner-Vorstellung in Aktion gezeigt.

Vor dem Mittagessen erwartet Sie ein Empfang auf der Mairie, wo uns der Bürgermeister, Herr Francis Weyh, persönlich empfangen wird und als Apéro ein Glas Ehrenwein offeriert. Das Mittagessen wird uns im Hotel-Restaurant Jenny serviert, welches exklusiv für uns geöffnet ist, damit wir es gemütlich haben.

Nach einem kurzen Dorfrundgang werden wir im wunderschönen Weingut von Jean-Marie Koehly zu einer feinen Degustation eingeladen.
Jean-Marie Koehly ist einer der bekanntesten Weinbauern der Gegend und jedes Jahr werden seine Erzeugnisse prämiert. Hier erwartet uns noch eine Überraschung, die Confrérie St. Urbain, die traditionsreiche örtliche Weinbruderschaft.

Nach einem hoffentlich interessannten Tag werden wir rechtzeitig wieder in Basel eintreffen.


Das Weindorf Kintzheim
Kintzheim (elsässisch: Kintze) liegt an der Elsässer Weinstrasse. Es ist nicht zu verwechseln mit der Gemeinde Kientzheim in der Nähe von Kaysersberg/Haut-Rhin.

Département: Bas-Rhin
Canton: Sélestat (deutsch: Schlettstadt)
Höhe: 176-510m, Zentrum: 205m
Fläche: 19km_
Einwohner: rund 1‘500
Code postal: 67600
Website: http:/www.mairie-kintzheim.fr

Erstmals wird das Dorf unter dem Namen Quiningishaim (später Chuniggesheim) im 8. Jahrhundert erwähnt. Es ist deshalb naheliegend, dass es sich einst um die Wohnstätte eines Königs gehandelt haben muss.

Zwischen 1338 und 1791 war das Dorf im Besitz der Stadt Sélestat. Während des Dreissigjährigen Krieges (1618-1648) wurde der Ort schwer in Mitleidenschaft gezogen, die Burg wurde von den Schweden besetzt und bei deren Abzug zerstört. Das Wappen zeigt den schwarzen Reichsadler auf silbernem Grund.

Sein besonderer Reiz liegt in den traditionellen, blumengeschmückten Fachwerkhäusern. Die über dem Dorf liegende Burg Kintzheim stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Einer der wichtigsten Erwerbszweige ist natürlich der Weinbau. Es werden Weissweine der Rebsorten Sylvaner, Pinot Blanc, Auxerrois, Riesling, Pinot Gris und Gewürtztraminer erzeugt, dazu natürlich auch ein feinperliger Crémant d’Alsace und wenig Pinot Noir. Die Weine werden mit dem Zusatz d’Alsace verkauft und tragen selbstverständlich das AOC-Zertifikat.

Die Haut-Koenigbourg
Schon von weit her ist sie sichtbar, die Staufenburg auf dem markanten Bergrücken. Seit dem Jahr 1147 ist das Vorhandensein einer von den Hohenstaufen erbauten Burg urkundlich bekannt. Die Burg steht in 800m Höhe weit über der Rheinebene und bietet eine wundervolle Aussicht. Ursprünglich war sie ein guter Beobachtungs- und Rückzugspunkt. Erst 1192 wurde von einer Koenigsburg gesprochen. 1462 wurde die Anlage zerstört und von den Habsburgern an die Familie von Thierstein abgegeben. Diese bauten sie wieder auf und erweiterten die Anlage um eine Befestigung, die sogar schwerem Artilleriefeuer standhalten sollte. Dies war die Blütezeit der Burg.

Trotz den Befestigungsarbeiten im 15. Jahrhundert überwindet die Artillerie der anrückenden Schweden während des Dreissigjährigen Krieges die Burg. Sie wurde 1633 belagert, schliesslich geplündert und niedergebrannt. Danach stand sie beinahe 2 Jahrhunderte lang leer. 1862 wird sie unter Denkmalschutz gestellt und von der Stadt Schlettstadt übernommen. Erste Sanierungsprojekte wurden erstellt, jedoch hatte die Stadt nicht genügend finanzielle Mittel, um diese Arbeiten zu bezahlen. 1899 machte sie deshalb die Burgruine dem Deutschen Kaiser Wilhelm II. zum Geschenk. Dieser ist sehr darauf bedacht, die Zugehörigkeit des Elsass und der ganzen Region zum Deutschen Reich zu stärken und gleichzeitig möchte er die westliche Grenze seines Reiches damit markieren. Er beschliesst daher, die Burg vollständig wieder herzustellen lassen.

Nach umfangreichen Sondierungs-arbeiten und Bauaufnahmen durch den Architekten Bodo Ebhardt wurde das, was wir heute sehen können, in den Jahren 1900 bis 1908 realisiert. Sie wurde am 13. Mai 1908 eingeweiht. Es ist nicht bekannt, ob der Deutsche Kaiser je hier zu Besuch war. 1919 wird die Burg anlässlich des Versailler Friedensvertrages der Französischen Republik zugesprochen und zu einem staatlichen Schloss erhoben. 1993 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt und vollständig saniert.

1952 wurde hier unter der Regie von Christian Jaque der Film „Fanfan, la Tulipe“ mit Gérard Philippe und Gina Lollobrigida gedreht, eine liebenswert-freche, geistvoll-ironische Unterhaltung, heiter und spritzig, wurde diese mittelalterliche Geschichte umschrieben, in der es um Liebe, Krieg und Tod ging.

Die Greifvogelwarte auf der Burg Kintzheim
Knapp über dem Dorf steht die Ruine der einstigen stolzen Burg Kintzheim in 260m Höhe auf dem Schlossberg. Sie ist über einen kurzen Fussweg vom Parkplatz aus leicht erreichbar. Sie wird 1270 erstmals unter dem Namen „castrum Kunegesheim“ erwähnt. Frühgotische Fenster deuten auf ein Erstellungsdatum um 1250 hin. Zuerst war sie im Besitz der Herren von Rathsamhausen, einem heute kleinen Dorf ausserhalb von Sélestat gegen den Rhein hin. Nach mehreren Besitzerwechseln fiel sie 1492 an die Stadt Schlettstadt. Im Dreissigjährigen Krieg ebenfalls stark beschädigt, kam sie 1649 wieder in Privatbesitz. Um 1740 bewohnte sie ein Einsiedler. 1965 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt und seit 1968 ist sie Sitz der viel besuchten Greifvogelwarte „Volerie des Aigles“.
© Copyright by Kulturverein Elsass-Freunde Basel and NeLe™ New Learning, Hugo Neuhaus-Gétaz. All rights reserved.
powered by NeLe Content Management System