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Weinprobe – Dichterweg – Romanik Autor: Hans-Jörg Renk
Bearbeitet: 16.04.2015 durch HN
0412

Ausschreibung

Dambach-la-ville

von: Hans-Jörg Renk

Datum: Samstag, 21. April 2012
Besammlung/Abfahrt: 08.30 /Abfahrt pünktlich 08.45 Uhr
Treffpunkt: Bushalt Meret Oppenheimstrasse, Basel
Teilnehmerzahl: bis 50 Personen
Rückkehr: ca. 18.00 Uhr Meret Oppenheimstrasse
Reiseleitung: Ursula Schmitt/Hans-Jörg Renk/Werner Schwarzwälder
Kosten: CHF 90.00 / EUR 75.00
Anmeldeschluss: Donnerstag, 5. April 2012

Folgende Leistungen sind im Preis inbegriffen:
- Busfahrt, Führungen, Trinkgeld
- Café mit Gebäck
- Weindegustation
- Mittagessen.
Wer ein vegetarisches Menü wünscht, wird gebeten, dies auf der Anmeldung zu vermerken.

Bitte nicht vergessen: gute Wanderschuhe für den Dichterweg. Wer diesen nicht begehen will, ist herzlich willkommen, sich auf dem Meyer’schen Weingut auszuruhen oder einen kleinen Spaziergang durch das malerische Blienschwiller zu unternehmen, das durch seine rund 30 Weinbaubetriebe geprägt ist.



'-> Déjeuner Culinaire in Lutter'
Anmeldefrist: Samstag, 5. April 2012



Nach einer guten Stunde Busfahrt, unterbrochen vom traditionellen Kaffeehalt unterwegs, treffen wir kurz nach 11.00 Uhr in dem kleinen, aber feinen Städtchen Dambach-la-Ville, wenige Kilometer nördlich von Schlettstadt/Sélestat, ein. Mit seinen knapp 2000 Einwohnern ist es zwar eher ein Dorf, aber da es seit 1325 über eine Stadtmauer und drei Stadttore verfügt, darf es sich mit gutem Recht “Ville” nennen.

Dambach konnte seine Befestigung im späteren Verlauf der Geschichte auch gut gebrauchen, denn 1444 verteidigte es sich gegen die Armagnaken – die gleichen Truppen, die im selben Jahr die Eidgenossen in der Schlacht von St. Jakob an der Birs bekämpften - und auch im Bauernkrieg von 1525 und im Dreissigjährigen Krieg (1618-1648) boten die Mauern Schutz. Der Name Dambach stammt wahrscheinlich vom Wort “Tanne”, jedenfalls ziert dieser Baum das Stadtwappen.

Nach einem kurzen Rundgang durch das Städtchen fahren wir weiter ins benachbarte Winzerdorf Blienschwiller, das den “Elsass-Freunden” zumindest von früheren Artikeln in der “Gazette” bekannt sein dürfte: Dort wurde nämlich vor bald zwei Jahren der zweite Dichterweg im Elsass eingeweiht (der erste war 2008 in Munster eröffnet worden), und in der letzten Ausgabe haben wir dessen Initianten, den Dichter, Dialektförderer und Journalisten Jean-Christophe Meyer porträtiert.
Er ist in diesem Dorf aufgewachsen, wo seine Familie ein grosses Weingut besitzt, und genau dieses ist kurz vor Mittag unser zweites Ziel: Vater François Meyer und sein Sohn Pierre-Yves werden uns ihren eindrücklichen Weinkeller mit seinen zwei Dutzend riesigen Holzfässern zeigen, deren Inhalt wir anschliessend nach Lust und Laune degustieren dürfen.
Nach der Degustation wird uns im grossen Saal des Weingutes ein währschaftes elsässisches Mittagessen serviert, in dessen Verlauf uns Jean-Christophe Meyer, der sich auch als Lokalhistoriker betätigt, aus der abwechslungsreichen Vergangenheit seines Dorfes erzählen wird, das im Jahre 1493 Ausgangspunkt der als “Bundschuh” in die Geschichte eingegangenen Bauernrevolte war. Nach dem Mittagessen wird er uns, sozusagen im Sinne eines literarischen Verdauungsspaziergangs, während einer guten Stunde durch den flacheren Teil des Dichterwegs begleiten, der zum grössten Teil durch die Rebberge führt, und uns einige Müsterchen aus den Gedichten auf den insgesamt 30 Tafeln auf Elsässisch und Französisch vortragen.

Nachher fahren wir in das wenige Kilometer entfernte Epfig, dessen Ursprünge auf die Kelten zurückgehen, jedenfalls wird behauptet, dass der Name des Ortes vom keltischen Begriff “epos” stamme, welcher “Pferd” bedeutete. Die Römer machten daraus “Epiacum” und sie waren es wohl auch, welche die Reben in die fruchtbare Gegend am Abhang der Vogesen brachten. Auf den Überresten der römischen Siedlung errichtete im Jahre 895 Rothrude, die Tochter Lothars I., des Herrschers des nach ihm benannten Königreiches, dessen Name im heutigen Lothringen weiterlebt, ein Kloster.
An seiner Stelle erhebt sich heute das dritte und letzte Ziel unseres Ausflugs, die romanische “Chapelle Sainte-Marguerite”, die wir unter kundiger Führung besichtigen werden. Sie stammt aus dem frühen 11. Jahrhundert, also aus der gleichen Zeit wie der erste Bau des Strass-burger Münsters, und wurde im 12. Jahrhundert durch einen Kreuzgang erweitert, der zwei Seiten der Kapelle umgibt und mit dieser recht-winkligen Form im Elsass einmalig ist. Die Kapelle umfasst auch ein Beinhaus, dessen Knochen mögli-cherweise von den Opfern der Schlacht von Scherwiller aus dem Bauernkrieg von 1525 stammen, die ganz in der Nähe stattfand. Hinter der Kapelle befindet sich ein mittelalterlicher Garten, in welchem u.a. Medizinalpflanzen angebaut werden. Epfig wurde schon einige Jahre vor Dambach von den Armagnaken angegriffen und, da es im Gegensatz zu jenem keine Mauer hatte, voll-ständig zerstört. Und fast 200 Jahre später, mitten im Dreissigjährigen Krieg, erlitt es das gleiche Schicksal ein zweites Mal. Die “Chapelle Sainte Marguerite” hat jedoch diese und alle anderen Stürme der Zeit wie durch ein Wunder unbeschadet überstanden.

Bitte nicht vergessen: gute Wander-schuhe für den Dichterweg. Wer diesen nicht begehen will, ist herzlich willkommen, sich auf dem Meyer’schen Weingut auszuruhen oder einen kleinen Spaziergang durch das malerische Blienschwiller zu unternehmen, das durch seine rund 30 Weinbaubetriebe geprägt ist.

Folgende Leistungen sind im Preis inbegriffen:
- Busfahrt, Führungen, Trinkgeld
- Café mit Gebäck
- Weindegustation
- Mittagessen.
Wer ein vegetarisches Menü wünscht, wird gebeten, dies auf der Anmeldung zu vermerken.
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