Ungersheim - Village en Transition
Bei diesem Prozess wird grossen Wert darauf gelegt die demokratische Partizipation und die Autonomie zu pflegen. Dies kann nicht verordnet werden, sondern muss immer wieder aufgebaut werden.
Dabei ist wichtig, dass die Ideen der Bewohner verstanden und zum Ausdruck gebracht werden können. Das ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass die Projekte die tatsächlichen und grundlegenden Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner widerspiegeln.
Die 21 vorgesehenen Massnahmen lassen sich grob in drei grosse Bereiche unterteilen:
1. Die intellektuelle Autonomie
Intellektuelle Autonomie bedeutet, „selbstständig zu denken“ und sich vom
Joch des Konsums, der Konditionierung durch die Werbung und der Diktatur des Einheitsdenkens zu befreien.
Die seit 2009 in der Gemeinde eingeführte partizipative Demokratie war der Grundstein für diesen Aufbruch, der zu einer Reihe von Maßnahmen geführt hat. Seither ist es in Ungersheim wichtig, dass die unternehmungslustige und kreative Bevölkerung die Möglichkeit hat sich in vielfältigen Bereichen zu engagieren, um dabei Lösungen zu finden für ein besseres Leben im Einklang mit der Natur. Aus diesem Konzept heraus ergeben sich, neben den laufenden Arbeiten im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde, Projekte im Zusammenhang mit der Energie- und Nahrungsmitteleautonomie.
2. Energetische Unabhängigkeit
Schon 1999 wurde auf dem Hallenbad eine thermische Solaranlage installiert. Bald darauf wurde eine Holzschnitzel-Heizung für das Beheizen von 7 Gemeindegebäude gebaut.
Auch wurde 2012 eine grosse Photovoltaikanlage auf einem 6 Hektaren grossen Landstück, wo früher ein Lagerort für Salzrückstände war, errichtet. Die erzeugte Energie entspricht dem Verbrauch von 10.000 Einwohnern (ohne Heizung). Auch wurde die gesamte Strassenbeleuchtung mit Dimmern und LED-Lampen ausgerüstet, so dass 40 % Energie eingespart werden konnte.
Weitere Massnahmen im Bereich Energie: Energieeffizienzdiagnosen der öffentlichen Gebäude, Energies-Einsparinitiativen mit Schulen und Vereinen. Förderung privater Photovoltaik-Anlagen, Förderung der Erstellung von selbsterbauten bioklimatischen Passivhäusern. Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und chemische Düngemittel für die Grünflächen und Sportplätze seit 2006. Ersatz von Reinigungsprodukten aus der Petrochemie durch eine ökologische und biologische Produktpalette.
Dann wurde 2008 von der Gemeinde auch ein Pferd gekauft, dies für die Straßeninstandhaltung, für Bewässerungsarbeiten, Arbeiten in den Gemüsegärten, sowie für den Transport der Kinder zur Schule.
3. Nahrungsmittel-Souveränität (Von der Saat bis zum Teller)
Auch da wurden gewichtige Massnahmen getroffen: Einrichtung eines 8 Hektar großen Bio-Gemüseanbaus im Rahmen eines Integrationsprojekts (Diesen konnten wir beim Jubiläumsfest vom September 2025 besuchen und beim Mittagessen die Produkte geniessen). .Einführung einer 100 % biologischen Schulverpflegung in Schule und Kindertagesstätte. 2014 wurde eine neue Bio-Großküche gebaut. 2015 wurde auch eine Gemüsekonservenfabrik errichtet.
In den letzten Jahren wurde der von uns besuchte Bauernhof Kohlacker (Haus der Natur und Kultur) erbaut.
Alle diese vielfältigen Massnahmen konnten so umgesetzt werden, dass seit 2005 die Steuern der Gemeinde nicht erhöht werden mussten.
Auf der Webseite von Ungersheim kann man lesen:
Getreu dem Sprichwort „Der Weg entsteht beim Gehen“
setzen wir unsere Initiativen für eine lokale, kohlenstoffarme
und solidarischere Wirtschaft fort.
Text und Fotos: hugo neuhaus
Quelle für den Text: https://www.mairie-ungersheim.fr/village-en-transition-1/
und dort ist auch der Download des folgenden Textes möglich: