Amerikaner, Kanadier oder Australier finden es unglaublich, dass man auf einer kleinen Velotour von bloss zehn Kilometern drei Länder durchfahren kann. Wir Bewohner im Dreiland kennen zwar den Schorsch vom Hafebeggi zwai, aber dass die Schweizerischen Rheinhäfen – Kleinhüningen, Birsfelden und Muttenz – die wichtigste Drehscheibe des Imports und Exports in unserem Land sind und hier jährlich 6 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen werden, wissen die wenigsten.
Unser „Ausflug“ in den Basler Rheinhafen will darum interessiertenElsass-Freundinnen und -Freunden den Alltag auf diesen 130 Hektaren Hafenanlagen etwas näherbringen. Aber auch im neugestalteten Hafenmuseum, das bis vor wenigen Jahren unter dem Namen Verkehrsdrehscheibe Schweiz ein Mauerblümchendasein fristete, gibt es jetzt viel Interessantes zu sehen. Rolf Schlebach und seine Mannschaft präsentieren den Besucherinnen und Besuchern einen umfassenden Einblick in die Welt der Binnenschifffahrt, die Geschichte des Rheins als Wasserstrasse und die Rolle Basels im internationalen Güterhandel. Für die eine Hälfte der Elsass-Freunde gibt es im Seminarraum des Museums Erläuterungen vom Chef persönlich, und wir erfahren auch etwas über den speziellen Lotsendienst durch unsere Stadt mit der „schwierigen“ Mittleren Brücke. Die andere Hälfte fährt mit zwei Rheintaxis durch die Hafenanlagen und lernt den regen Betrieb im Rheinhafen vom Wasser aus kennen.
Im Hafenmuseum gibt es anschliessend für alle einen kleinen Apéro, und es bleibt auch Zeit für einen individuellen Rundgang.
Auf 13 Uhr erwartet uns dann das Mittagessen im Restaurant Schiff, bevor wir um 15 Uhr wiederum in zwei Gruppen ins Nachmittagsprogramm einsteigen. Das bestreiten zum einen Kay Metzger von Danser Switzerland, einer von rund 40 international tätigen Speditionsfirmen mit Sitz in Basel. Er wird uns den Container-Verkehr beim Hafenbecken 1 näherbringen, aber bestimmt auch auf das umstrittene Grossprojekt Basel Gateway Nord zu sprechen kommen, das mit einem dritten Hafenbecken an den Rhein angebunden werden soll.
Zeitgleich folgt die andere Gruppe den Ausführungen von Frau Sarah Rohner vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG und erfährt, wie die Verzollung der Güter zu Wasser und zu Land abgewickelt wird, aber auch wie speziell die Personenkontrollen an der Hiltalingerstrasse sind, wo man mit dem Tram von einem Land zum andern gelangen kann.
Abgesehen von der Fahrt mit dem Rheintaxi spielt sich unser Besuch im Dreiländereck zwar durchwegs auf Basler Boden ab, aber in den Ausführungen unserer Referenten wird immer wieder deutlich, wie komplex – und manchmal auch schwierig – die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz im Dreiland ist.
Wir dürfen uns aufspannenden Tag vor unserer Haustür freuen.